Leipzig zittert sich ins Achtelfinale | Sport | DW | 22.02.2018
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Europa-League

Leipzig zittert sich ins Achtelfinale

Nur dank der Auswärtstorregel zieht RB Leipzig ins Achtelfinale der Europa-League ein. Bis zur letzten Minute der Nachspielzeit war Hochspannung angesagt.

Leipzig gegen Neapel. Das war ein Abend, an dem der ganz große Fußball in Sachsen Halt machte. Man darf sagen: Leipziger Fußballgeschichte wurde geschrieben. Und ein ansehnliches Spiel ihrer Mannschaft sahen die Zuschauer auch noch.

Einzig: Die Rede ist nicht vom Spiel der Roten Bullen gegen den SSC Neapel anno 2018, sondern vom Aufeinandertreffen von Lok Leipzig mit dem SSC am 26.10.1988. In der Startelf der Italiener stand damals niemand Geringeres als Diego Maradonna. 1:1 das knappe Ergebnis vor mehr als 80.000 Zuschauern. Erst durch ein 0:2 im Rückspiel verabschiedete sich Lok Leipzig zwei Wochen später aus dem UEFA-Cup. Für fast 30 Jahre sollte in Leipzig kein Spiel mehr um den silbernen Pokal stattfinden.

Viel Dusel für Leipzig

Bis jetzt. Und doch standen die Vorzeichen an gleicher Stelle anders. Nicht nur, dass das Zentralstadion inzwischen "Red Bull Arena" heißt und auch der Leipziger Verein das "RB" im Namen trägt, dass der Wettbewerb jetzt "Europa League" heißt und nur 36.000 Zuschauer gekommen waren. Nein: Zudem waren die Leipziger diesmal der Favorit nach einem 3:1 im Hinspiel. Eine vielleicht zu hohe Bürde an diesem Abend. Denn was Rasenballsport auf den Platz brachte, war ganz magere Fußballkost und hätte um ein Haar in einer Blamage geendet.

Fußball, Europa League RB Leipzig - SSC Neapel (picture-alliance/dpa/AP/J. Meyer)

Der Pole Piotr Zielinski erzielte das Führungstor für Neapel

Nur dank der mehr erzielten Auswärtstore zieht RB ins Achtelfinale des Wettbewerbs ein. Die Italiener waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Das musste auch Leipzigs Diego Demme anerkennen: "Die Erleichterung, dass wir eine Runde weiter sind, überwiegt natürlich. Neapel hat heute einiges richtig gemacht, aber es zählen beide Spiele", sagte er nach dem Abpfiff bei Sky. Der polnische Außenstürmer Piotr Zielinski (33.) und Lorenzo Insigne (86.) erzielten die Treffer für entfesselt anrennende Neapolitaner.

Im zweiten Durchgang kam Leipzig zwar mutiger aus der Kabine, Stürmer Yussuf Poulsen (49.) verpasste frei vor dem Tor eine Hereingabe von Nationalspieler Timo Werner nur knapp. In der Folge behielt Neapel jedoch die Kontrolle über das Spiel, auch wenn RB häufiger als noch in der ersten Hälfte in den gegnerischen Strafraum vorstieß. Das Drängen des SSC darauf, doch noch das Achtelfinale zu erreichen, blieb aber spürbar - und das bis in die schier endlos wirkende Nachspielzeit.

Nach 95 Minuten war Schluss und Leipzig eine Runde weiter. Jetzt freut sich RB auf das erste Europacup-Achtelfinale seiner Vereinsgeschichte. Also auch hier alles anders als vor 30 Jahren - damals hieß der Cupsieger am Ende übrigens SSC Neapel. Vielleicht tun es ihnen die Lepziger ja gleich.

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