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Somalia

Landmine zerfetzt Kleinbus in Somalia

In Somalia sind mindestens 20 Insassen eines Minibusses getötet worden, als dieser auf einer Landstraße auf eine Landmine fuhr. Etliche Menschen wurden bei der Explosion in der Region Shabelle verletzt.

Anschlag in Mogadischu (picture-alliance/dpa/F.A. Warsameh)

Auch Mogadischu ist immer wieder Ziel blutiger Anschläge wie hier am 13. März (Archivbild)

Das Fahrzeug sei in zwei Teile zerrissen worden, nur der Fahrer habe überlebt, teilten die Sicherheitsbehörden mit. Die Ermittler vermuten die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab hinter der Tat im Dorf Golweyn. Auf der Straße sind auch oft Militärkonvois unterwegs. Ein regionaler Kommandeur der Miliz wies eine Beteiligung zurück. Seine Kämpfer hätten sich nicht in dem Dorf befunden und würden die Gegend auch nicht kontrollieren.

Nur Stunden zuvor hatte der neue Staatspräsident Mohamed Abdullahi Farmajo Mitgliedern der Terrormiliz eine Amnestie angeboten. Wer sich in den kommenden 60 Tagen stelle, bekomme zudem eine Ausbildung oder Arbeit, sagte er in der Hauptstadt Mogadischu.

"Kriegserklärung" an Al-Shabaab

Zugleich erklärte Farmajo Al-Shabaab den Krieg. Er ersetzte die Chefs des Militärs, des Geheimdienstes, der Polizei und den Bürgermeister der Hauptstadt, um den Kampf gegen die Terrorgruppe zu verstärken. Ministerpräsident Hassan Ali Kheyre kündigte an, in Mogadischu und mehreren Regionen würden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Neben dem Kampf gegen den Terrorismus wolle seine Regierung auch gegen Korruption und Jugendarbeitslosigkeit vorgehen, fügte Farmajo hinzu. Er bat die Bevölkerung um die Unterstützung der Sicherheitskräfte.

Mit der Erklärung reagiert der im Februar gewählte Farmajo auf jüngste Anschläge und die Entführung von Mitarbeitern mehrerer Hilfsorganisationen in den vergangenen Tagen. Zuletzt wurden am Mittwoch mindestens acht Menschen bei einem Attentat in Mogadischu getötet. Einem Bericht der "New York Times" zufolge könnte außerdem ein Beschluss der US-Regierung eine Rolle spielen, der Anti-Terrorangriffe von US-Drohnen in Somalia erleichtert. Die USA arbeiten seit Jahren mit der somalischen Armee im Kampf gegen Al-Shabaab zusammen. Über das volle Ausmaß der Drohneneinsätze ist nichts bekannt. Die US-Armee hatte aber die Tötung mehrerer Anführer der Gruppe eingeräumt.

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Immer wieder Anschläge

Eine ähnliche Amnestie für die Islamisten hatte 2014 bereits Farmajos Vorgänger Hassan Sheihk Mohamud erlassen. Wie erfolgreich diese war, ist umstritten. Eine deutliche Schwächung von Al-Shabaab ist jedoch nicht zu verzeichnen. Die somalische Regierung und mit ihr verbündete afrikanische Friedenstruppen kontrollieren vor allem die Städte Somalias, während Al-Shabaab große ländliche Regionen unter ihrer Kontrolle hat. Trotz der großen Militärpräsenz verübt die Gruppe immer wieder Anschläge auf Ziele, die von Zivilisten genutzt werden. Auch in der Hauptstadt Mogadischu kommt es immer wieder zu Anschlägen, die oft bei Beamten und Geschäftsleuten beliebte Lokale zum Ziel haben. Die sunnitischen Extremisten versuchen seit Jahren einen sogenannten Gottesstaat zu errichten.

kle/qu (dpa, rtre, afpe, epd)

 

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