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Hungernot in Ostafrika

UN fordern Soforthilfe im Kampf gegen Hunger in Somalia

UN-Generalsekretär Guterres hat bei einem Besuch in Somalia zu sofortiger Hilfe für das ostafrikanische Land aufgerufen. Der Kampf gegen den Hunger erfordere gewaltige Anstrengungen

Hungernde Mädchen in Somalia warten auf Hilfe (picture alliance/AP Photo/F. Abdi Warsameh)

Hungernde Mädchen in Somalia warten auf Hilfe

"Die Kombination von Konflikt, Dürre, Klimawandel, Krankheiten und Cholera ist zu einen Alptraum geworden", sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres bei seiner Ankunft in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Sein Ziel und das der UN sei es, das Schlimmste zu verhindern. Die somalische Regierung hatte am Wochenende erstmals Todeszahlen veröffentlicht. Demnach sind in einer Region des ostafrikanischen Landes binnen 48 Stunden 110 Menschen verhungert.

UN-Generalsekretär Guterres (r.) und Somalias Präsident Mohamed in Mogadischu (Reuters/F. Omar)

UN-Generalsekretär Guterres (r.) und Somalias Präsident Mohamed in Mogadischu

Der Präsident des Bürgerkriegslandes, Mohamed Abdullahi Mohamed, rief die Weltgemeinschaft nach einem Treffen mit Guterres auf, Somalia beizustehen. Mohamed hatte wegen der Hungersnot vergangene Woche den nationalen Notstand ausgerufen. Von den mehr als 810 Millionen Euro, die von den UN für die Hilfe veranschlagt werden, kam bislang nicht einmal ein Zehntel zusammen. 

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Hungersnot droht in Somalia

Fünf Millionen Menschen in Gefahr

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als fünf Millionen Somalier dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. 360.000 Kinder sind demnach vom Hungertod bedroht. Tausende Bewohner der ländlichen Regionen fliehen zudem in die Städte, weil sie sich dort eine bessere Versorgung erhoffen. Das Land wird in weiten Teilen von der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab kontrolliert, was Hilfslieferungen an die Notleidenden erschwert. Der Mangel an sauberem Trinkwasser führte zudem zu einem Ausbruch von Cholera.

Neben  Somalia sind noch weitere Länder der Region von Hungerkatastrophen  bedroht, unter ihnen der Südsudan, Äthiopien und Kenia. Betroffen sind insgesamt mehr als 20 Millionen Menschen. Nach Einschätzung der Hilfsorganisation Care steht der Höhepunkt der Hungerkrise in Ostafrika möglicherweise erst noch bevor.

Trockenzeit kommt

Bei der Hungersnot vor sechs Jahren seien zwischen Mai und September die meisten Menschen verhungert, sagte Care-Mitarbeiterin Ninja Taprogge in Bonn. Die Trockenzeit könne auch in diesem Jahr zu einer weiteren Zuspitzung der Lage führen. "Selbst wenn es heute anfangen würde zu regnen, würde es zwei Jahre dauern, bis die Farmer in Somalia wieder auf eigenen Beinen stehen könnten", so die Expertin, die gerade aus der Region zurückgekehrt ist.

wl/uh (kna, epd)

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