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Kultur

Krass: "The Riot Club"

Ein Film, der von englischen Männerbünden und hemmungloser Arroganz der "Upper Class" erzählt. "The Riot Club", von der dänischen Regisseurin Lone Scherfig in Szene gesetzt, blickt auf einen Studentenverbund in Oxford.

Werden diese Herrschaften einmal der einflussreichste Teil der britischen Gesellschaft sein? Wenn ja, müsste einem Angst und Bange werden. In dem Kinofilm "The Riot Club" erzählt Regisseurin Lone Scherfig von einer jener berühmt-berüchtigten Studentenvereinigungen an einer englischen Elite-Uni. "The Riot Club" ist Fiktion, doch Scherfig hat sich mit ihrer Filmgeschichte an dem real existierenden "Bullingdon Club" orientiert. Auch der jetzige britische Premierminister David Cameron oder der Bürgermeister von London, Boris Johnson, waren dort Mitglied. Heute sitzen beide, wie einige andere ehemalige Mitglieder des Clubs, an den Schalthebeln der Macht.

Saufgelage & Schlägereien

Die Sozialisation in diesen Clubs muss sehr speziell sein. In den Herrenclubs der feinen Universitäten herrscht bis heute ein Denken wie vor hundert Jahren: Klassengesellschaft. Regisseurin Scherfig zeigt das in aller Deutlichkeit. Die feinen Sprösslinge, die vornehmlich aus höheren Gesellschaftsschichten stammen, treffen sich zu Abendgesellschaften, bei denen es alles andere als fein zugeht. Saufgelage ist fast ein zu harmloses Wort für das, was da in aller hemmungslosen Brutalität zu sehen ist. Von der dänischen Regisseurin ist das sehr unterhaltsam verfilmt worden, u.a. mit der Crème de la Crème der britischen Jungdarsteller.

Einblick in gesellschaftliche Strömungen

Ob das inszenierte Kinobild nun mit der Realität übereinstimmt oder nicht, darüber streiten die Kenner der Materie. So schrieb zum Kinostart des Films ein ehemaliger Oxford-Student in der deutschen Tageszeitung "Die Welt": "Was für den Eton-Schüler der Bullingdon Club ist, mag für die überaus erfolgreiche Generation der Achtundsechziger die Straßenschlacht gewesen sein. So verbindet den prügelnden Demonstranten Joschka Fischer und den Gläser zerschmetternden David Cameron vielleicht mehr, als beiden lieb ist." Die Genannten würden das wahrscheinlich weit von sich weisen.

Lone Scherfig: The Riot Club, mit Freddie Fox, Max Irons, Sam Clafin u.a., GB 2014, 102 Minuten, auf DVD und Bluray erschienen beim Anbieter Eurovideo.

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