1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Kommentar: Chapeau, FCA!

Alle schauen auf den FC Bayern München, doch auch die bayerischen Schwaben sind richtig gut drauf. Was der FC Augsburg in der Rückrunde präsentiert, ist furios, meint DW-Reporterin Olivia Gerstenberger.

Der FC Augsburg ist die Überraschungsmannschaft der Liga - und alles andere als ein Abstiegskandidat! Bereits jetzt haben die Augsburger sagenhafte 38 Punkte auf dem Konto - fünf mehr als zum Ende der letzten Saison. Und es ist noch Luft nach oben. In die Rückrunde starteten die Augsburger überragend: 14 Punkte aus sieben Spielen, das bedeutet Rang vier der Rückrundentabelle. Seit drei Spielzeiten mischen

die Augsburger in der Bundesliga

mit und sie haben gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist.

Warum gelingt es einem Team mit einem solch kleinen Etat, größere und etabliertere Vereine wie Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen oder den VfB Stuttgart hinter sich zu lassen? Zunächst einmal haben sie Ruhe im Klub. Erst seit dieser Saison kümmert sich ein eigener BILD-Reporter um den Klub, vorher ging es immer nur um den FC Bayern München. Und dann gab es ja noch zwei, drei andere Vereine in der Region, bevor sich jemand für Augsburg interessierte.

Erster Augsburger Nationalspieler seit 50 Jahren

Zudem scheint das Duo aus Trainer und Geschäftsführer perfekt zu funktionieren. Stefan Reuter und Markus Weinzierl haben einen Kader zusammengestellt, der passt. Spieler wie Daniel Baier oder Tobias Werner, die in der 2. Liga schon abgeschrieben waren, laufen beim FCA zur Höchstform auf. Der ehemalige Drittligist André Hahn trifft wie am Schnürchen und wurde mit der Nominierung zur Nationalelf belohnt - als erster Augsburger Spieler seit

Helmut Haller.

Erfahrene Spieler wie Torhüter Alex Manninger oder Halil Altintop wittern ihre letzte große Chance. Die Fehler, die der SC Freiburg gemacht hat, soll es in Augsburg nicht geben: Kein Ausverkauf, sondern langfristige Bindung: Die Verträge von Paul Verhaegh, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Daniel Baier oder Tobias Werner wurden frühzeitig verlängert.

Was in Stuttgart scheiterte, scheint in Augsburg zu funktionieren: Ein junger Trainer, der langfristig eine Chance bekommt. Weinzierl ist mit seinen 39 Jahren der jüngste Bundesligatrainer. Er kam als Neuling, hatte zuvor nur Erfahrungen in der 3. Liga mit Jahn Regensburg gemacht und dennoch verpasste er Augsburg nach einiger Zeit seine Handschrift. Diese Zeit hat er bekommen, auch nach Startschwierigkeiten. Heute tritt die Mannschaft selbstbewusst auf, spielt frech, mutig und torhungrig. Nur eines der letzten zwölf Bundesligaspiele hat der FCA verloren. In Mönchengladbach vollbrachten die Augsburger ein weiteres Kunststück und drehten nach Rückstand die Partie. Jetzt greifen sie nach Europa! Das Fußballmärchen geht weiter.

Die Redaktion empfiehlt