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Fußball

Trauer um Helmut Haller

Helmut Haller nannte sich selbst stets einen "Fußballverrückten". In den 60er und 70er Jahren wurde er zu einem Aushängeschild des deutschen Fußballs. Nach schwerer Krankheit ist er mit 73 Jahren gestorben.

Helmut Haller (Foto:Thomas Langer/Bongarts/Getty Images)

Helmut Haller

Einer der großen deutschen Fußball-Helden der Nachkriegszeit ist tot. Helmut Haller, geboren 1939, startete seine Karriere bei seinem Heimatverein und heutigen Bundesligisten, dem FC Augsburg (damals BC Augsburg), für den er ab 1958 in der ersten Mannschaft spielte. Noch vor Gründung der Bundesliga wechselte Haller als einer der ersten deutschen Spieler nach Italien und verdiente ab 1962 als Profi beim FC Bologna und bei Juventus Turin sein Geld. Dreimal gewann er den Scudetto, den italienischen Meistertitel. Und auch seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft litt – entgegen den damaligen Gepflogenheiten – nicht unter dem Auslandsengagement. Haller spielte zwischen 1958 und 1970 insgesamt 33 Mal mit dem Adler auf der Brust und schoss dabei 13 Tore. 1962, 1966 und 1970 nahm er an der Weltmeisterschaft teil – der zweite Platz 1966 in Wembley war sein größter Erfolg im DFB-Dress.

Helmut HALLER (links), Deutschland, Fussballspieler, Juventus Turin, hier im Zweikampf mit Karl-Heinz Schnellinger, Inter Mailand, 18.04.1966.

Von 1968 bis 1973 spielte Haller (l.) für Juventus Turin - hier im Duell mit Karl-Heinz Schnellinger

Nach der Rückkehr in die Augsburger Heimat im Jahr 1973 spielte Haller sechs weitere Jahre in Deutschland und beendete 1979 schließlich seine aktive Karriere. Anschließend blieb er dem FCA als Trainer, Vizepräsident und zuletzt als Vereinsrepräsentant treu. Zuletzt schnürte er nur noch für gute Zwecke die Fußballschuhe und nahm an Benefiz-Spielen teil, bis er gesundheitliche Rückschläge einstecken musste. "Es ist ein schönes Gefühl, wenn man das, was einem der Fußball gebracht hat, ein wenig zurückzahlen kann", sagte Haller damals.

"Überragende Persönlichkeit"

2006 erlitt Haller einen schweren Herzinfarkt, von dem er sich nicht erholte und der ihm bis zu seinem Tod zu schaffen machte. Zudem litt Haller in seinen letzten Lebensjahren an schwerer Demenz und Parkinson und zog sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Im Alter von 73 Jahren ist er nun gestorben.

"Helmut Haller gehörte zu den überragenden Persönlichkeiten des deutschen Fußballs", würdigte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach Hallers Lebenswerk. "Unvergessen sind seine großartigen Leistungen – speziell bei der Weltmeisterschaft 1966. Sein Tod macht uns sehr traurig." Auch bei Hallers Heimatclub herrscht Betroffenheit. "Helmut Haller hat den Augsburger Fußball und Generationen von Fußballern geprägt", sagte FCA- Aufsichtsratsvorsitzender Peter Bircks.