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Fußball

Aufsteiger Augsburg: Raus aus der Puppenkiste

Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte ist der FC Augsburg in die 1. Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Der Klassenerhalt wäre für den kleinen Nachbarn vom FC Bayern eine Sensation.

Die Augsburger Spieler feiern den Aufstieg in die 1. Bundesliga

Augsburg: Eine kleine Universitätsstadt im Südwesten Bayerns. Die zweitälteste Stadt Deutschlands nach Trier. Die Heimat von Helmut Haller, Bernd Schuster, sowie Jim Knopf und seinen Freunden aus der "Augsburger Puppenkiste", Deutschlands bekanntestem Marionettentheater. Und seit Mai diesen Jahres: Erstligastadt. Im Vereinswappen prangen die Farben rot, grün und weiß: Die neuen Farben in der Fußball-Bundesliga. Der FC Augsburg hat zum ersten Mal den Aufstieg in Deutschlands Eliteliga geschafft, als insgesamt 51. Bundesligaverein.

Die ganze Stadt ist seitdem völlig aus dem Häuschen. Der FC Bayern überragt sonst alles, danach kommt 1860 München, dann noch die Spielvereinigung Unterhaching – doch jetzt steht der FCA im Mittelpunkt. Nach dem vorzeitigen Aufstieg am vorletzten Zweitligaspieltag seien alle Dämme gebrochen, erinnert sich Geschäftsführer Andreas Rettig. "Das war Begeisterung pur, das kennt man normalerweise aus anderen Städten."

Glückwünsche aus ganz Deutschland

Trainer Jos Luhukay und Manager Andreas Rettig umarmen sich.

Großer Jubel nach dem Aufstieg: Trainer Jos Luhukay (l.) und Manager Andreas Rettig (r.)

110 SMS habe er auf seinem Handy gehabt, das sei allen im Verein so ergangen, verrät Rettig. Die Glückwünsche kamen aus der gesamten Liga. "Der FC Augsburg hat die Herzen der Fans erreicht." Und seitdem sämtliche Rekorde gebrochen: Alle Stadionlogen sind restlos ausverkauft, über 17.000 Dauerkarten abgesetzt und die Zahl der Mitglieder hat sich in kürzester Zeit mehr als verdoppelt – auf über 8.000.

Die Euphorie ist riesig, doch der Abstiegskampf hat längst begonnen, weiß Realist Rettig, der als Saisonziel den Relegationsplatz ausgibt. "Wir haben nur eine Chance, wenn alles passt." Mit dem kleinsten Etat der Liga (rund 30 Millionen Euro) geht es in die Mission Klassenerhalt. Doch auch in der vergangenen Saison sorgten gerade die kleinen Vereine für Furore, bemerkt Rettig. "Wenn wir uns in die Reihe mit Freiburg, Nürnberg oder Mainz einreihen könnten, wären wir glücklich!"

Gute Gastgeber – bis zum Anpfiff!

Das Stadion des FC Augsburg

Das Augsburger Stadion fasst mehr als 30.000 Zuschauer

Dabei haben nur wenige Spieler Bundesligaerfahrung, darunter Torwart-Routinier Simon Jentzsch, Torjäger Michael Thurk und Uwe Möhrle. Zwei Spieler aus dem Aufstiegskader musste Rettig schweren Herzens ziehen lassen. Ibrahima Traoré wechselte zum VfB Stuttgart, Moritz Leitner zum Deutschen Meister Borussia Dortmund. Dafür kam mit Lorenzo Davids – dem Cousin des berühmten Edgar Davids – ein Spieler aus der niederländischen Ehrendivision.

Die Liga kann sich auf einiges gefasst machen, verspricht Rettig. "Zunächst einmal auf eine tolle Stadt, deswegen empfehle ich allen Auswärtigen auch eine frühzeitige Anreise." Zudem habe Augsburg ein WM-Stadion: Augsburg war Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Und Rettig beteuert: "Wir werden bis zum Anpfiff gute Gastgeber sein." Aber nur bis zum Anpfiff. Danach wird das Stadion toben, denn auch am Ende der Saison soll es heißen: "Nie mehr Zweite Liga, nie mehr, nie mehr!"

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Arnulf Boettcher