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Standpunkt

Kommentar: Auf dem Weg nach ganz oben

Philipp Lahm beendet im Sommer seine aktive Karriere als Fußball-Profi und lehnt gleichzeitig den Posten als Sportdirektor beim FC Bayern ab. Dahinter steckt ein noch größerer Karriereplan, glaubt Andreas Sten-Ziemons.

Zielstrebig und konsequent, so war Philipp Lahm durch seine gesamte Karriere hindurch. Egal ob es darum ging, Missstände beim FC Bayern öffentlich anzuprangern, forsch seinen Anspruch auf das Kapitänsamt in der Nationalmannschaft anzumelden oder zu anderen Themen etwas zu sagen - auch wenn er dabei manchmal aneckte. Nun ist der Bayern-Kapitän sich auch bei der letzten Entscheidung, die seine Spielerkarriere betrifft, treu geblieben - nämlich bei der, wann Schluss sein soll.

Wie bereits bei seinem Rücktritt aus der Nationalelf, direkt im Anschluss an den WM-Sieg 2014 in Brasilien, schafft Lahm damit etwas, was einige seiner Vorgänger - beispielsweise Lothar Matthäus, Stefan Effenberg und Michael Ballack - nicht so perfekt hinbekommen haben. Lahm geht freiwillig und selbstbestimmt zu einem Zeitpunkt, an dem es alle bedauern, dass er nicht noch eine oder zwei Saisons dranhängt. "Ich hätte gerne noch einige Zeit länger mit ihm auf dem grünen Rasen gestanden", sagte Manuel Neuer. "Aber es ist seine persönliche Entscheidung und die akzeptiere ich natürlich."

Lahm als Rummenigge-Nachfolger?

Lahms sportliches Niveau ist immer noch herausragend und mit Sicherheit gut genug, um noch ein paar Jahre das Spiel der Bayern zu prägen. Vielleicht nicht auf dem laufintensiven Posten des Rechtsverteidigers, dafür aber im defensiven Mittelfeld, wo nach dem Abgang Xabi Alonsos im Sommer ein Platz frei würde. Unter Pep Guardiola durfte Lahm zeitweise dort spielen und überzeugte. Doch er will nicht mehr, hat andere Pläne.

Zunächst will Lahm eine Pause machen - auch das ein intelligenter Schritt, statt nahtlos in das nächste Amt zu stolpern. Damit lässt Lahm zwar die Chance verstreichen, den vakanten Posten des Sportdirektors beim FC Bayern zu übernehmen, bringt sich aber möglicherweise in die beste Ausgangsposition für noch höhere Aufgaben. Karl-Heinz Rummenigges Vertrag als Vorstandsvorsitzender der Münchener läuft noch bis 2019. Rummenigge wird dann fast 64 Jahre alt sein - ein guter Zeitpunkt, den Stab weiterzugeben. Möglicherweise an Lahm, der dann ausgeruht genug sein dürfte, ein hohes Amt im Bayern-Vorstand oder -Präsidium zu übernehmen. Vielleicht sogar das des Vereinsbosses? 

Bayern-Vorstandschef mit gerade einmal 35 Jahren? So mancher hält diese Variante für wahrscheinlich. Und zu Philipp Lahms Ehrgeiz und seiner konsequenten Karriereplanung würde sie perfekt passen.

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