1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

"Die militärische Option"

Kim Jong Un: Nordkorea hat Ziel mit Atomprogramm fast erreicht

Man habe ein "Kräftegleichgewicht" mit den USA angestrebt, erklärt der Führer Nordkoreas. Niemand solle mehr wagen, von einem Angriff zu sprechen, so Kim. In Washington wird aber wieder verstärkt darüber gesprochen.

Nordkorea Kim Jong Un überwacht Raketentest (Reuters/KCNA)

Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un beobachtet einen Raketenstart

Nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest hat Machthaber Kim Jong Un (Artikelfoto) die USA eindringlich davor gewarnt, einen Militäreinsatz gegen sein Land auch nur zu erwägen. Nordkoreas Ziel sei es, dass die "US-Herrscher es nicht wagen, über militärische Optionen gegen die Demokratische Volksrepublik Korea zu sprechen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA den Staatschef.

Nordkorea feilt weiter am Nuklearprogramm

Kim erklärte, ein Gleichgewicht der Kräfte mit den USA anzustreben. Nordkorea werde sein "Ziel einer Atomstreitmacht ungeachtet der grenzenlosen Sanktionen und Blockaden erreichen", so der nordkoreanische Führer weiter. Pjöngjang habe dieses Ziel schon fast erreicht. So habe auch der Raketenstart vom Freitag die "Schlagkraft" erhöht.

US-Präsident Donald Trump drohte Pjöngjang dagegen, die USA könnten mit ihren militärischen Fähigkeiten jeden Feind "zermalmen". Bei einem Besuch des Luftwaffenstützpunktes Andrews sagte Trump, er sei "überzeugter denn je, dass unsere Optionen nicht nur effektiv, sondern überwältigend sind". Er inspizierte auf dem Stützpunkt modernste US-Kampfjets und Bomber.

Militärische Abschreckung?

Die USA halten nach dem jüngsten Raketentest an einer militärischen Option fest. Dies sei allerdings nicht die erste Wahl der Regierung Trumps, sagte dessen Nationaler Sicherheitsberater H.R. McMaster. Allerdings sei bald das Ende der Fahnenstange erreicht, was die Möglichkeiten von Sanktionen und Diplomatie angehe, das Atomprogramm des asiatischen Landes einzugrenzen.

Trump werde am Montag auch vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen deutlich machen, dass es wichtig sei, extremen Druck auf Nordkorea auszuüben, sagte seine Sprecherin. Zudem werde er bilateral mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping über das Thema sprechen. Der für Abrüstung zuständige US-Botschafter bei den UN Robert Wood sagte, die Sanktionen hätten bislang noch nicht so stark geschmerzt wie sie könnten, weil sie nicht vollständig umgesetzt worden seien. 

In der am Freitag einstimmig verabschiedeten Erklärung forderte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen den kommunistischen Staat derweil zur sofortigen Einstellung der Waffentests auf. Eine Drohung mit neue Sanktionen enthält der Text aber nicht.

Fußgänger in Tokio schauen einen Bericht über den erfolgreichen Wasserstoffbombentest in Nordkorea (Reuters/T. Hanai)

Passanten in Tokio verfolgen einen TV-Bericht über nordkoreanische Atombombentests

Allen Warnungen zum Trotz hatte Kim am Freitag erneut eine Rakete über Japan hinweg in den Pazifik feuern lassen. Erst wenige Tagen zuvor hatte der Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt, nachdem Nordkorea seinen bislang gewaltigsten Atomwaffentest gezündet hatte.

SC/haz (afpe, rtre, CNN, APE)      

Audio und Video zum Thema