1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nach UN-Resolution

Nordkorea will sein Atomprogramm noch schneller vorantreiben

Die jüngsten UN-Sanktionen seien eine "Provokation", erklärt die Führung in Pjöngjang. Man sei entschlossen, den bisherigen Weg "in einem rascheren Tempo" fortzusetzen, so die nordkoreanische Staatspropaganda.

Die von den Vereinten Nationen beschlossenen verschärften Straßmaßnahmen kämen einer "vollständigen Blockade" gleich und dafür seien die USA verantwortlich. Mit "bösartigen Mitteln und Methoden" sei der Sanktionsbeschluss in Washington eingefädelt worden, um den Staat und die Bevölkerung zu "ersticken" und den Untergang Nordkoreas herbeizuführen, erklärte das Außenministerium des kommunistischen Staates.  

Die UN-Sanktionen seien eine "Provokation", auf die man mit einem weiteren Ausbau des Rüstungsprogramms antworten werde. Nordkorea sei entschlossen, seinen bisherigen Weg "in einem rascheren Tempo" weiter zu verfolgen, ließ Machthaber Kim Jong Un (Artikelfoto) über die Staatsmedien verkünden. Die Anstrengungen zur Verteidigung der Souveränität und des "Existenzrechts" würden "verdoppelt".    

Ölimporte und Textilexporte 

Der UN-Sicherheitsrat in New York hatte einstimmig eine Resolution verabschiedet, die die Öllieferungen an Nordkorea deckelt sowie Textilexporte des Landes verbietet. Mit den jüngsten Sanktionen bestrafte das höchste UN-Gremium das isolierte Land für seinen neuerlichen Atomtest am 3. September. Nordkorea hatte nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden könnten. Der Test war ein Verstoß gegen bereits bestehende UN-Resolutionen. 

Trump gebremst 

Bereits am Dienstag hatte Nordkorea über Diplomaten die neuen Sanktionen verurteilt. Nordkoreas UN-Botschafter Han Tae Song drohte bei einer Konferenz in Genf, die USA würden einen "angemessenen Preis" dafür zahlen. US-Präsident Donald Trump wertete die Sanktionen nur als kleinen Schritt. Sie seien nichts im Vergleich dazu, was letztlich geschehen müsse, sagte er. Trump war mit einer noch härteren UN-Resolution am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert.  

Radioaktives Gas?

Zehn Tage nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest wollen südkoreanische Experten Spuren radioaktiven Gases entdeckt haben. An mehreren Messestellen in Südkorea seien Xenon-133-Isotope festgestellt worden, die aus dem Norden stammten, teilten die Behörden in Seoul mit. Allerdings könne man allein aus diesen Gasen keine Rückschlüsse darauf ziehen, welcher Sprengsatz getestet worden sei.

Xenon ist ein farbloses Gas, das in der Natur vorkommt und etwa bei der Produktion von Leuchtmitteln verwendet wird. Das nun entdeckte radioaktive Isotop stammt jedoch nicht aus natürlichen Quellen und wurde in der Vergangenheit bereits nach nordkoreanischen Atomtests aufgefunden.

SC/ml (APE, afp, rtr, dpa)

Audio und Video zum Thema