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Kultur

Journalisten im Visier

Schikanen, Repressalien, Gewalt: Auch 2002 gerieten Journalisten überall auf der Welt unter Druck. Und das sogar, so "Reporter ohne Grenzen", in demokratischen Ländern.

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2002: Kein gutes Jahr für die Pressefreiheit

22 Tage lang war Gopal Budhathoki, Direktor einer unabhängigen Publikation in Nepal, mit verbundenen Augen und geknebelten Händen in einer Zelle eingesperrt. Sein Schicksal ist kein Einzelfall. Die Sicherheitsbehörden des asiatischen Landes verhafteten nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" (ROG) Anfang 2002 mehr als 130 Journalisten und Medienmitarbeiter. Verdächtigt mit der maoistischen Guerilla zu sympathisieren, wurden sie ohne formelle Anklage ins Gefängnis gesteckt.

Ähnliche Berichte erreichten die Journalistenorganisation 2002 aus vielen anderen Ländern. Nordkorea gilt weiter als das "repressivste" Land der Erde. Neben Staaten wie Algerien oder China taucht etwa auch Israel immer wieder in den ROG-Jahresbericht auf. Hussam Abu Alan, ein palästinensischer Fotograf von Agence France Presse, sei zum Beispiel sechs Monate ohne Prozess in Haft gewesen, heißt es dort.

Erneut erschreckende Zahlen

Im Jahr 2002 kamen weltweit 25 Journalisten wegen ihrer Ansichten oder bei der Ausübung ihres Berufs ums Leben. Die Internationale Journalisten-Föderation berichtete sogar von 67 getöteten Journalisten. Weiterhin sind laut ROG mindestens 692 Medienschaffende verhaftet, mindestens 1420 wurden angegriffen oder bedroht. Die Zahl der Verhaftungen hat um rund 40 Prozent zugenommen.

Vorwand Terror

Die Bekämpfung des Terrorismus habe in vielen Staaten zu einer Einschränkung der Pressefreiheit geführt. So seien im Laufe des Jahres 2002 weltweit ein Dutzend Anti-Terror-Gesetze in Kraft getreten, in denen das Recht auf Vertraulichkeit der Information und der Quellenschutz in Frage gestellt werde. Das Zeugnisverweigerungsrecht für Journalisten gehörte zu den umstrittensten Themen in diesem Jahr. Selbst in Demokratien, wie den USA, würden Journalisten verhaftet, verhört oder Ermittlungsverfahren eröffnet, weil Reporter die Preisgabe ihrer Quellen verweigerten.

Immerhin: Es gibt auch positive Entwicklungen. In Angola, Afghanistan und Sri Lanka haben sich die Arbeitsbedingungen für Pressevertreter laut ROG aufgrund politischer Reformen und Friedensprozesse verbessert. (hh)

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