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Kultur

Premier macht Programm

Namibias Präsident Sam Nujoma macht sich Sorgen um die Jugend seines Landes. Zumindest behauptet er das und hat dem staatlichen Fernsehen verboten, ausländische Serien und Filme zu senden.

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Gefährdet Hollywood die Jugend Namibias?

Diese Sendungen hätten einen "schlechten Einfluss auf die Jugend in Namibia", erklärte der Staatschef nach Berichten der Tageszeitung "The Namibian". Die staatlichen Fernsehmacher reagierten sofort: Kurz nach der Aufforderung änderte das Staatsfernsehen NBC sein Programm. Anstelle von Serien aus Südafrika und den USA seien Dokumentationen über das namibische Tierleben und den kürzlich abgehaltenen Kongress der Regierungspartei SWAPO gezeigt worden, berichtet "The Namibian".

Der Premier als Programmdirektor

Namibias Präsident Sam Nujoma

Sam Nujoma

Nujoma ist nach einer Kabinettsumbildung inzwischen auch Minister für Information und Rundfunk. In dieser Funktion wies er den Angaben zufolge das Staatsfernsehen an, Programme auszustrahlen, die die "positiven Seiten" Namibias zeigten. NBC habe daraufhin lokale Produktionen gesendet, die teilweise mehrere Jahre alt gewesen seien, so "The Namibian". Irritierte Zuschauer hätten sich beim Sender beschwert.

Nachdem der Regierungschef seine neuen Programmschwerpunkte kund getan hatte, muss es im Sender zunächst chaotisch zugegangen sein. Teilweise hätten die Mitarbeiter nicht gewusst, welche Programme sie ausstrahlen sollten und daraufhin fast wahllos alte Bänder aus den Regalen genommen. Es sei auch weiter unklar, welche Serien noch gezeigt werden dürften.

Vorbild Simbabwe?

Nujoma hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr als Hardliner mit authoritären Tendenzen präsentiert. Die Entwicklung errinnert an die Lage im Nachbarland Simbabwe, wo Präsident Mugabe ebenfalls ein zunehmend diktatorisches Regime anführt. Wie Mugabe überzog auch Nujoma homosexuelle Männer und Frauen mehrfach mit Beschimpfungen und bezeichnete sie als "unnatürlich". Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg verteidigte er zudem die umstrittenen Landenteignungen in Simbabwe.

Offenbar kein Zufall. Denn jetzt will Nujoma auch in Sachen Landreform seinem Freund Mugabe nacheifern. Auf dem Parteitag der regierenden Südwestafrikanischen Volk-Organisation (Swapo) am Wochenende beschuldigte er die „arroganten weißen Farmer“, die Entschädigungshöhe der für die Reform vorgemerkten Höfe bewusst hochzutreiben. Falls die Farmer nicht mit der Regierung kooperierten, könne es auch Enteignungen geben. (hh)

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