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Aktuell Welt

Jordanien weitet Anti-IS-Angriffe auf Irak aus

Bislang hat Jordanien den internationalen Kampf gegen die IS-Dschihadisten ausschließlich in Syrien unterstützt. Nach der Ermordung eines jordanischen Piloten durch den IS sind weitere Ziele möglich.

Zahlreiche jordanische Kampfflugzeuge haben am Donnerstag Ausbildungszentren und Waffenlager des "Islamischen Staats" (IS) bombardiert und damit ihre Angriffe gegen die IS-Dschihadisten verstärkt. Diese hatten einen gefangenen jordanischen Kampfpiloten bei lebendigem Leib verbrannt. Im Rahmen dieser neuen Kampagne werde Jordanien auch Ziele im Irak angreifen, sagte Außenminister Nasser Judeh in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News. Bislang hatte Jordanien die US-geführte Anti-IS-Mission ausschließlich mit Luftschlägen in Syrien unterstützt. "Wir sind hinter ihnen (IS-Extremisten) her, wo immer sie sind", sagte Judeh weiter. Noch aber seien die Operationen der jordanischen Kampfflieger stärker in Syrien als im Irak.

Im jordanischen Staatsfernsehen wurde zuvor eine Mitteilung aus dem Verteidigungsministerium verlesen. Sie hatte die Überschrift: "Das ist erst der Anfang und ihr werdet die Jordanier noch kennenlernen" – eine offensichtliche Warnung an die Kämpfer des "Islamischen Staats". Darin hieß es, Jordanien werde die Luftschläge fortsetzen "bis wir sie eliminiert haben".

Der IS kontrolliert jeweils etwa ein Drittel Syriens und des Iraks, und beide Länder grenzen an Jordanien. Amman schloss sich im September der US-geführten Koalition gegen die IS-Extremisten an.

US-Rettungshubschrauber in Erbil

Auch die USA haben nach der brutalen Ermordung des jordanischen Kampfpiloten ihren Einsatz neu justiert und mehr Rettungshubschrauber im Nordirak stationiert. Ihre Verlegung nach Erbil soll die Zeit zur Rettung verunglückter Piloten verringern, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Mitarbeiter im Pentagon. US-Piloten seien sich der Risiken bei ihren Luftangriffen auf IS-Stellungen jederzeit bewusst. Zugleich gebe es aber eine "unerschütterliche Verpflichtung", diese im Fall eines Absturzes zu retten. Dasselbe gelte auch für Piloten der Länder, die im internationalen Bündnis mit den USA Angriffe gegen den IS fliegen. Der jordanische Pilot war mit seinem Flugzeug abgestürzt und dann in die Hände der Extremisten gefallen.

Anteilnahme aus Israel

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Jordaniens König Abdullah II. nach dem Mord an dem Piloten kondoliert. Der Regierungschef schlug bei dem Telefonat einen gemeinsamen Kampf der kultivierten Welt gegen die "barbarische Grausamkeit" der Terrormiliz "Islamischer Staat" vor, teilte sein Büro mit. Netanjahu äußerte Zufriedenheit über die Entscheidung Ammans, den jordanischen Botschafter drei Monate nach dessen Abzug zurück nach Israel zu schicken. Mit dem Abzug des Botschafters hatte Jordanien gegen Israels Vorgehen bei Unruhen auf dem Tempelberg protestiert, der Muslimen und Juden heilig ist. Israel und Jordanien setzten sich gemeinsam dafür ein, hinsichtlich der heiligen Stätten den Status quo aufrechtzuerhalten, betonte Netanjahu den Angaben zufolge bei seinem Telefonat mit dem Monarchen.

fab/gmf (dpa, afp, ap)