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THEMEN

Jeder 113. Mensch ist Flüchtling

Noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie 2015. Das zeigt der neue Bericht des UN Hochkommissariats für Flüchtlinge, UNHCR. Hier die wichtigsten 10 Fakten zum Thema.

Wie viele Flüchtlinge gibt es weltweit?

Das UN Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR, schätzt für 2015 die Zahl auf 65,3 Millionen Menschen weltweit. 21,3 Millionen Menschen haben im Ausland Schutz gesucht - die meisten von ihnen in einem Nachbarland. Statistisch gesehen ist heute jeder 113. Mensch Flüchtling, Asylsuchender oder Binnenvertriebener. Viele leben seit Jahren in Flüchtlingslagern.

Wie viele Menschen sind 2015 geflüchtet?

2015 flohen fast 12,5 Millionen Menschen vor Gewalt und Vertreibung - das sind im Schnitt 24 Menschen pro Minute. Jeder dritte Flüchtling suchte 2015 Zuflucht im Ausland. Neue Konflikte wie der Syrien-Konflikt verschärfen die Krise, alte Konflikte wie die in Afghanistan und Somalia dauern seit Jahrzehnten an und treiben weiterhin Menschen in die Flucht.

Infografik Wo Flüchtlinge Asyl fanden (Ende 2015) Deutsch - Sperrfrist!!

Aus welchen Ländern kommen die meisten Flüchtlinge?

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit kommen aus nur drei Ländern: Aus Syrien, Afghanistan und aus Somalia. Dazu kommen 5,2 Millionen palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten, die vom UNRWA betreut werden. Die große Zahl weltweiter Konflikte geben wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung der internationalen Flüchtlingssituation. 2015 konnten nur rund 200.000 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren.

Welche Länder nehmen die meisten Flüchtlinge auf?

Die mehr als eine Million Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten, die im vergangenen Jahr über das Mittelmeer nach Europa flohen, standen zwar im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit. Doch die meisten Flüchtlinge gehen zunächst in ein Nachbarland. Die Türkei ist das größte Aufnahmeland, gefolgt von Pakistan, Libanon und dem Iran. 86 Prozent aller Flüchtlinge suchen in Ländern des globalen Südens Schutz. In Afrika haben etwa Äthiopien, Kenia, Uganda, der Demokratische Republik Kongo und den Tschad Millionen Flüchtlinge aus den Nachbarländern aufgenommen.

Warum flüchten Menschen aus ihrem Land?

Die Hauptursache für Flucht sind bewaffnete Konflikte, Kriege und Bürgerkriege. Doch auch die Verfolgung als ethnische Minderheit, etwa die

Rohingya

in Myanmar, und politische, religiöse oder sexuelle Verfolgung treiben Menschen in die Flucht. Zunehmend zwingen auch Bandenkriminalität und organisiertes Verbrechen Menschen zur Flucht. So haben im vergangenen Jahr fast 110.000 Menschen aus El Salvador, Guatemala und Honduras wegen der wachsenden Gewaltkriminalität in ihren Heimatländern Zuflucht in Mexiko und den USA gesucht.

Was sind Binnenflüchtlinge?

Rund zwei Drittel aller Flüchtlinge sind sogenannte

Binnenflüchtlinge

, die innerhalb ihres Heimatlandes einen sichereren Ort suchen. Die Fluchtgründe sind meist bewaffnete Konflikte in ihrer Heimatregion, die oft Jahre dauern und eine Rückkehr unmöglich machen. Das UNHCR hat 2015 fast 41 Millionen Menschen als hilfsbedürftige Binnenflüchtlinge registriert. In Jemen wurden im letzten Jahr 2,5 Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen, das ist fast jeder zehnte Einwohner. In Kolumbien sind 6,9 Millionen im eigenen Land vertrieben, in Süd-Sudan 1,8 Millionen Menschen. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Grenzkonflikt in der Ostukraine sind 1,6 Millionen Menschen vertrieben worden, so die Angaben der ukrainischen Regierung.

Afrika Mogadishu Abdi Rashid

Die meisten Flüchtlinge sind minderjährig

Wie viele Flüchtlinge sind minderjährig?

2015 waren 51 Prozent aller Flüchtlinge weltweit jünger als 18.

Minderjährige Flüchtlinge

genießen einen besonderen Schutz nach der UN-Kinderrechtskonvention und nach den Richtlinien des UNHCR für Kinder. Rund 100.000 Kinder und Jugendliche reisen allein oder sind auf der Flucht von ihren Eltern getrennt worden. Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist in Deutschland das Jugendamt zuständig und stellt den Jugendlichen einen gesetzlichen Vormund.

Wer kann Asyl beantragen?

Das Asylrecht ist in der Genfer Flüchtlingskonvention festgeschrieben. Danach kann jeder Mensch, der aufgrund seiner Religion, politischen Überzeugung, sowie ethnischer oder sozialer Zugehörigkeit in seiner Heimat von staatlichen Organisationen verfolgt werden, in einem anderen Land Asyl beantragen. In Deutschland sind politisch Verfolgte auch durch das Grundgesetz geschützt und haben einen Anspruch auf Asyl. Menschen, die vor Krieg und Gewalt fliehen, haben kein Anspruch auf Asyl. Ihnen kann jedoch aus humanitären Gründen subsidiärer Schutz und damit Flüchtlingsstatus gewährt werden.

Mexiko Tijuana Flüchtlinge Mädchen mit Teddybär

Die Brutalität der Drogenmafia treiben Hunderttausende Menschen in Mittelamerika in die Flucht

Wie viele Menschen sind staatenlos?

Offiziell sind 3,7 Millionen Menschen in 78 Ländern als staatenlos registriert. Das UNHCR schätzt jedoch, dass weltweit rund 10 Millionen Menschen keine anerkannte Staatsangehörigkeit haben und damit auch keine Ausweispapiere. Staatenlose haben in keinem Land Bürgerrechte, und damit auch keine verbürgten Rechte eines Landes auf Zugang zu Ausbildung, Gesundheitsdienste oder öffentliche Dienstleistungen. Bis 2024 will das UNHCR die Staatslosigkeit abschaffen.

Welche Aufgabe hat die UN Flüchtlingsorganisation UNHCR?

Das UNHCR, das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen, hat das Mandat weltweit Flüchtlinge zu schützen und sicherzustellen, dass die Menschenrechte der Flüchtlinge respektiert werden und internationale Abkommen wie die Genfer Flüchtlingskonventionen eingehalten werden. An der Spitze des UNHCR steht der Hohe Flüchtlingskommissar. Seit 2016 begleitet der Italiener Filippo Grandi das Amt. Das UNHCR arbeitet in mehr als 120 Ländern, der Hauptsitz ist in Genf.

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