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Politik

Israelische Armee setzt Offensive fort

Israel hat seine Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Die Hamas ist dem ägyptischen Staatschef Husni Mubarak zufolge unter Bedingungen bereit, den entführten israelischen Soldaten freizulassen.

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Die israelische Offensive mit dem Codenamen "Sommerregen" geht weiter

In der Stadt Gaza griff die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Freitag das palästinensische Innenministerium an, berichteten Augenzeugen. Demnach feuerte ein Flugzeug mehrere Raketen auf das Gebäude ab, in dem Hamas-Minister Said Siam seine Büros hat. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe sich niemand in dem Gebäude aufgehalten, hieß es. Am Donnerstag (29.6.) hatte die israelische Armee fast die komplette Führungsriege der Hamas-Regierung im Westjordanland festgenommen. Die Festgenommenen sollen wegen Beteiligung an Terroraktivitäten vor Gericht gestellt werden.

Israel Angriff auf Innenministerium Gaza

Das palästinensische Innenministerium nach Raketenbeschuss in Flammen

Bei einem Angriff im Süden des Gazastreifens kam ein Mitglied des Islamischen Dschihad ums Leben. In der Nähe von Dschabalija im Norden des Palästinensergebiets wurden drei Mitglieder der radikalen El-Aksa-Brigaden, dem bewaffneten Flügel der Fatah-Bewegung, bei einem Schusswechsel mit israelischen Soldaten verletzt. Augenzeugen zufolge griff die Armee auch ein Fatah-Büro in der Innenstadt von Gaza an. Ebenfalls in Gaza habe die Luftwaffe ein Trainingslager von radikalen Palästinensern angegriffen.

Laut Mubarak ist Hamas zur Freilassung des Soldaten bereit

Die radikalislamische Hamas ist nach den Worten des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak unter Bedingungen bereit, den entführten israelischen Soldaten freizulassen. Israel lehne die Bedingungen aber ab. Ägypten habe etliche Kontakte geknüpft, darunter auch zu ranghohen Mitgliedern der Hamas, die "positive Ergebnisse" erbracht hätten, sagte Mubarak in einem Interview mit der Zeitung "El Ahram". Die Hamas sei zu Zugeständnissen bereit, "damit die Lage nicht eskaliert". Israel habe die nicht näher erläuterten Bedingungen aber "bislang nicht angenommen". Israel fordere eine bedingungslose Freilassung.

Er selbst habe alle nur möglichen Anstrengungen unternommen, "um eine Katastrophe zu verhindern, die die ganze Region verbrennen würde", sagte Mubarak. Er habe mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Israels Regierungschef Ehud Olmert, dem syrischen Präsidenten Baschar el Assad und Frankreichs Staatschef Jacques Chirac gesprochen. "Die israelische Führung hat versprochen, kein Blut unschuldiger palästinensischer Zivilisten fließen zu lassen", sagte der ägyptische Präsident.

Israel war am Mittwoch (28.6.) im Morgengrauen in den Gazastreifen eingerückt, nachdem radikale Palästinenser am Sonntag den israelischen Soldaten Gilad Schalit entführt hatten. Der Soldat hat auch die französische Staatsbürgerschaft.

USA rufen Israelis und Palästinenser zur Zurückhaltung auf

Angesichts der neuen Eskalation im Nahen Osten riefen die Vereinigten Staaten Israelis und Palästinenser zur Zurückhaltung auf. Die US-Regierung hoffe, dass Israel sich in dem Bemühen um die Freilassung des entführten Soldaten Zurückhaltung auferlege und beide Seiten künftig ein größeres Gespür für Sicherheit an den Tag legten, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, am Donnerstag. International bestehe weitgehend Einigkeit darüber, dass die radikalislamische Hamas "sofort" den Soldaten freilassen und dem Terror entsagen müsse.

UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich besorgt über die Lage im Gazastreifen. Annan rief die Autonomiebehörde nach Angaben seines Sprechers auf, sich für die Freilassung des Soldaten einzusetzen und militärische Angriffe auf israelisches Territorium zu unterbinden. Mit Blick auf die Festnahme der 64 Hamas-Funktionäre sagte Annan, Israel solle sich mit Maßnahmen zurückhalten, die das Leben der palästinensischen Bevölkerung erschwerten. (je)

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