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Aktuell Nahost

Irakische Armee kämpft sich in Falludscha vor

Unterstützt von Kampfjets der US-geführten Militärallianz wagen irakische Soldaten die Rückeroberung Falludschas. Die Stadt nahe Bagdad ist neben Mossul die letzte irakische Großstadt in den Händen der Terrormiliz.

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Irakische Armee dringt in Falludscha ein

Erste Einheiten drangen in den südlichen Teil der Stadt 50 Kilometer westlich von Bagdad ein, wie die Armee bekanntgab. Der Vormarsch in Richtung Zentrum, an dem sich auch schiitische Milizen beteiligten, schreite "stetig voran". Aus dem südlichen Stadtbezirk Naimija sind Explosionen und Geschützfeuer zu hören. Nach Angaben der Armee leisten IS-Kämpfer heftigen Widerstand.

Gefahr eines gefährlichen Häuserkampfes

Die irakischen Elitetruppen werden bei ihrem Vorrücken von verbündeten Milizen am Boden unterstützt, Kampfjets der internationalen Koalition geben Rückendeckung aus der Luft, wie der für den Einsatz verantwortliche Kommandeur Abdelwahab al-Saadi erklärte. In der Stadt droht den Soldaten ein gefährlicher Häuserkampf. 2004 war Falludscha schon einmal Schauplatz blutiger Gefechte, als die US-Truppen dort eine ihrer schwersten Schlachten sei dem Vietnam-Krieg führten.

Die Offensive auf das vom Militär eingekesselte Falludscha begann vor einer Woche und löste bei Hilfsorganisationen Besorgnis aus. In der Stadt sind mehr als

50.000 Zivilisten

mit nur äußerst begrenztem Zugang zu Trinkwasser, Nahrungsmitteln und ärztlicher Versorgung eingeschlossen.

UN: Schon einige Bewohner verhungert

Nach Angaben der Vereinten Nationen hindert der IS die verbliebenen Bewohner daran, die Stadt zu verlassen. Diejenigen, denen dennoch die Flucht gelang, berichteten nach UN-Angaben, dass einige Menschen bereits verhungert seien.

In der vergangenen Woche hatten die irakischen Einheiten die Erstürmung Falludschas vorbereitet. Die Stadt war Anfang 2014 zunächst von sunnitischen Regierungsgegnern übernommen worden, bevor IS-Terroristen Tage später dort einfielen.

Militäroperation gegen IS in Falludscha (Foto: rtr)

Irakische Soldaten und schiitische Milizionäre im Kampf gegen den IS

Rückeroberung von Mossul erst später

Neben Falludscha ist die Millionenmetropole Mossul die letzte irakische Großstadt in der Hand des IS. Eine Rückeroberung Mossuls dürfte aber noch einige Zeit auf sich warten lassen. Im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" wird der Chefberater von US-Präsident Barack Obama für den Krieg gegen die IS-Miliz, Brett McGurk, mit den Worten zitiert: "Wir sind noch nicht an dem Punkt, dass der Vorstoß auf Mossul beginnen kann."

In der Region Bagdad wurden bei drei Bombenanschlägen bis zu 20 Menschen getötet, etwa 50 erlitten Verletzungen. Alleine bei der Explosion einer Autobombe in Al-Schaab im Norden der irakischen Hauptstadt wurden elf Menschen getötet. Im Stadtteil Sadr City riss ein Selbstmordattentäter zwei Menschen mit in den Tod. Zu mindestens einem der Anschläge bekannte sich der IS.

sti/se/rb (afp, rtr)

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