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Filme

In Heaven: Regie-Star Tom Tykwer

"Heaven", das Melodram über Schuld und Sühne, ist jetzt in den Kinos. Auch wenn der diesjährige Eröffnungsfilm der Berlinale keinen Bären bekommen hat: Tom Tykwer ist DER Hoffnungsträger des deutschen Films.

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Erst kürzlich war der 36-jährige zum Frühstück beim Bundespräsidenten geladen. Dieser informierte sich nicht nur über den Verlauf der Berlinale, sondern auch über die Entwicklungsperspektiven des deutschen Films: Tom Tykwer ist der deutsche Vorzeige-Regisseur.

Mut und Leidenschaft

Tykwers Begründung dafür, dass es der deutsche Film international so schwer hat, lautet: "Wir sind nicht mutig genug. Unsere Filme schielen sehr oft auf eine Art von Gefälligkeit, was sie gar nicht müssten." Tom Tykwer ist nicht gefällig er, er ist mutig.

Tom Tykwer und Cate Blanchett auf der Berlinale

Mit "Heaven" hat Tykwer seine bislang schwierigste Aufgabe gemeistert. Er drehte mit ungewohnt hohem Etat, in fremden Sprachen und mit internationalen Stars wie Cate Blanchett und Giovanni Ribisi. Eine Premiere ist der Film weiterhin, weil Tykwer hier erstmals einen Stoff verfilmte, den er nicht selbst geschrieben hat.

"Stark beachtet", wie es im Zeitungsjargon oft heißt, sind seine Spielfilme alle. Als allzu stilisiert, zu bedeutungsschwanger, zu ausgetüftelt empfinden manche Kritiker seiner Bilder. Nicht nachvollziehbar und deshalb pathetisch oder kitschig ist für viele die Märchenhaftigkeit seiner Finale.

Das galt jüngst für "Heaven", trifft allerdings noch viel mehr für "Der Krieger und die Kaiserin" zu. Letzterer ist sein wohl persönlichster Film, schrieb er doch die Rolle der "Sissi" seiner Lebensgefährtin Franka Potente ("Lola rennt") auf den Leib.

Draußen wartet die Liebe

Der Krieger und die Kaiserin von Tom Tykwer

Der Krieger und die Kaiserin, Tom Tykwer

"Irgendwo da draußen wartet die Liebe", der Untertitel zu "Der Krieger und die Kaiserin", könnte als ein Motto der Geschichten des Berliner Filmemachers gelten. Schicksalshafte Verkettungen und die Erlösung durch die Liebe ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit.

Seine Filme macht er, so sagt er, immer aus dem selben Gestus heraus: das Persönliche steht im Vordergrund. Die Stoffe, die er bisher verfilmt hat, stammen aus seiner eigenen Feder. Sie entspringen seinen Träumen oder bilden seine eigenen Visionen ab. Im Falle von Heaven verfilmte er einen Stoff, den er gern selbst geschrieben hätte.

Früh übt sich

Das vordergründig Persönliche verwundert nicht, wenn man weiß, dass Tykwer ganz in der Welt des Films aufgeht. Das Kino ist seine Welt, seine Leidenschaft, sein Alles. Auf keinen anderen deutschen Regisseur trifft dieser Satz so zu wie auf Tom Tykwer.

Im zarten Alter von 11 Jahren drehte der gebürtige Wuppertaler erste Super-8-Filme. Und auch die Leidenschaft zum Kino entwickelte er früh: 1979 begann der damals 14-jährige in einem Kino seiner Heimatstadt zu arbeiten. Er erhielt den Generalschlüssel für alle 3 Säle des Kinos und konnte sich von da an ungehemmt und immer wieder seine Lieblingsfilme anschauen. In Berlin arbeitete er fast 10 Jahre in einem Kreuzberger Off-Kino - vom Kartenabreißen bis zur Gestaltung des Programms kümmerte er sich um alles.

Ein Autodidakt

Anfang der 90er Jahre gründete der Kinofan die Produktionsfirma X-Filme Creative Pool. Sein Ziel war es zwischen Autoren- und Produzentenkino zu vermitteln. In dieser Zeit begann er sich auch das Filmhandwerk anzueignen - ganz autodidaktisch. Vielleicht sind seine Stoffe deshalb so eigenwillig und schwer einzuordnen. Tykwer geht keine Kompromisse ein. Gegenüber dem Stern sagte er: "Das muss doch mal endlich ein Dogma werden: dass man um Stoffe so lange ringt und sich aufreibt, bis sie wirklich die Kraft haben, die sie brauchen."

Christine Gruler

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