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Kunst

Gurlitt-Ausstellung in Bonn und Bern geplant

Die Bundeskunsthalle und das Kunstmuseum Bern arbeiten an zwei Ausstellungen zu den raubkunstverdächtigen Werken aus dem Nachlass des Sammlers Cornelius Gurlitt. Die Schauen sollen Transparenz und Aufklärung ermöglichen.

Der "Schwabinger Kunstfund" war eine Sensation, die die Kunstwelt und die Politik bis heute beschäftigt: In den Wohnungen des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt in München und Salzburg wurden zwischen 2012 und 2014 über 1500 Kunstwerke gefunden, von denen viele unter dem Verdacht stehen, NS-Raubkunst zu sein. Es wurden unter anderem Bilder von Marc Chagall, Max Liebermann, Henri Matisse und Pablo Picasso entdeckt. Viele Werke stammen aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitts Vater, Hildebrand Gurlitt, der während des zweiten Weltkrieges als Kunsthändler für das NS-Regime arbeitete.

Ausgewählte Bilder aus dieser Sammlung sollen im Winter diesen Jahres in gleich zwei Ausstellungen zu sehen sein: In Kooperation arbeiten die Bundeskunsthalle in Bonn und das Kunstmuseum in Bern an einem gemeinsamen Konzept für die zeitgleich zu sehenden Ausstellungen, die inhaltlich aufeinander abgestimmt werden. Ziel sei es, den aktuellen Forschungsstand zum "Schwabinger Kunstfund" zu präsentieren und zu mehr Transparenz beizutragen, erklären die beiden Museen in einer gemeinsamen Mitteilung: "Das umfangreiche Werkkonvolut soll einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und von einer historisch-wissenschaftlichen Kontextualisierung begleitet werden", heißt es. Zudem soll an die Schicksale von Kunstsammlern erinnert werden, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Die Bonner Ausstellung ist auch dazu gedacht, weitere Hinweise zu noch ungeklärten Provenienzen einiger Bilder zu finden.

Deutschland Gurlitt Rückgabe des Gemälde In einem Sessel sitzende Frau von Matisse

Eines der berühmtesten Gemälde aus Gurlitts Sammlung: die "Sitzende Frau" von Henri Matisse

Kuratiert wird die Ausstellung - neben einem wissenschaftlichen Kuratorenteam - von Matthias Frehner und Valentina Locatelli in Bern sowie von Rein Wolfs und Agnieszka Lulinska in Bonn. Überlegt wird auch bereits, die Ausstellung an weiteren Orten zu zeigen - zum Beispiel 2017 im Martin-Gropius-Bau in Berlin.

Mehr als 500 Verdachtsfälle

Der "Fall Gurlitt" gelangte im Herbst 2013 an die Öffentlichkeit. Um die Herkunft der Bilder zu klären, gründete die deutsche Bundesregierung noch im selben Jahr eine sogenannte "Taskforce", die mittlerweile aufgelöst wurde. Ziel war es herauszufinden, ob es sich bei einigen der Werke um Raubkunst der Nazis handelt. Anschließend ging es darum, diese Werke ihren rechtmäßigen Besitzern und Erben zurückzugeben. Von rund 500 verdächtigten Werken konnten bislang lediglich fünf zweifelsfrei als NS-Raubkunst identifiziert werden.

Mitte März wurde bekanntgegeben, dass in die von der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg betriebene Lost-Art-Datenbank 184 raubkunstverdächtige Werke aufgenommen werden sollen.

rk/nf (dpa, ARD, Bundeskunsthalle Bonn, Kunstmuseum Bern)

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