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Europa

Griechische Sprintstars treten nicht an

Der Dopingskandal um die griechischen Sprinter Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou hat ein schnelles Ende gefunden. Die beiden Leichtathleten erklärten, auf ihre Teilnahme zu verzichten.

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Die griechischen Gastgeber gehen ohne ihre Sprintstars ins Rennen

Nach den Tumulten der vergangenen Tage mussten sich die dopingverdächtigen griechischen Sprintstars Kostadinos
Kenteris und Ekaterini Thanou vor der Disziplinarkomission des Olympischen Komitess äußern. Kenteris sagte nach der 50-minütigen Anhörung: "Im Interesse meines Landes ziehe ich mich von den Olympischen Spielen zurück."

Von Trainer getrennt

Er habe alle Fakten seines Falles vorgelegt. "Diese beweisen, dass ich unschuldig bin. Ich wurde niemals darüber informiert, dass ich mich zu einem Dopingtest im Olympischen Dorf melden musste", sagte Kenteris weiter.Der Sprinter beendete außerdem die Zusammenarbeit mit seinem Trainer Christos Tsekos. Kenteris zählt zu den berühmtesten Sportlern seines Landes. Er ist der Olympiasieger über 200 Meter von Sydney 2000, auf ihm ruhten die Hoffnungen für eine Goldmedaille.

Thanou entschuldigte sich bei ihren Landsleuten. Es sei eine sehr schwierige Entscheidung für sie gewesen, zumal die Spiele im eigenen Land stattfinden. Mit ihrem Rückzug kamen die beiden griechischen Volkshelden einem Ausschluss von den Spielen durch das IOC zuvor.

Katz- und Maus-Spiel

IOC Doping Kontroll Labor

IOC Doping-Kontroll-Labor auf dem Universitätsgelände von Salt Lake City, USA

Die beiden Sprintstars waren am vergangenen Donnerstag nicht zu einer im Olympischen Dorf angesetzten Dopingkontrolle erschienen. Stunden später begaben sich beide nach einem angeblichen Motorradunfall ins Krankenhaus und konnten wegen angeblicher Verletzungen zunächst nicht zum verpassten Dopingtest befragt werden. Nach den Statuten gilt ein nicht eingehaltener Testtermin wie ein positiver Dopingbefund. Eigentlich sollte Kenteris zur Eröffnung der Spiele das Olympische Feuer entzünden, was ihm dann aber verwehrt wurde.

Da Bilder von Kenteris auftauchten, wie er mit seinen Sportschuhen im Krankenhausbett lag, kamen massive Zweifel an den Angaben der beiden Sprinter zu dem angeblichen Unfall auf. Der sportbegeisterte griechische Präsident Kostis Stephanopoulos reagierte empört auf
das Katz-und-Maus-Spiel der Athleten und sprach von einer "großen Schande für Griechenland und für die Spiele".

Internationale Reaktionen

Helmut Digel, Vizepräsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, begrüßte die Entscheidung der Athleten: "Für alle ist der Rückzug willkommen, vor allem für die griechische Bevölkerung. Denn die ganzen Olympischen Spiele waren durch das Problem belastet. Jetzt kann die Leichtathletik in Ruhe losgehen. Klar ist aber auch, dass der Fall noch nicht zu Ende ist. Nun muss ihn die IAAF weiter untersuchen."

Stadion Olympiade in Athen 2004

Hinter den Kulissen kämpfen Funktionäre und Teilnehmer für einen sauberen Sport

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Clemens Prokop forderte weitere Konsequenzen: "Es ist eine Lösung für die Olympischen Spiele, aber keine für die Zukunft", sagte er und ergänzte: "So einfach kann es nicht sein. Der Fall muss von der IAAF aufgeklärt werden. Die Affäre hat einen dunklen Schatten auf die Spiele geworfen, ist aber auch Hoffnung für alle sauberen Athleten, die sehen, dass etwas gegen den Sportbetrug unternommen wird."

Nach dem Teilnahmeverzicht der beiden Griechen ist offen, wie das Exekutivkomitee des IOC weiter entscheiden wird. Es immer noch möglich, dass die IOC-Führung Kenteris und Thanou wegen eines Verstoßes gegen die Dopingregeln ausschließt. (mst)

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