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Filme

Gold unter Palmen

"Es gibt nicht genug Preise, um all unsere Wünsche auszudrücken", sagte US-Regisseur und Jury-Präsident David Lynch bei der Abschlussgala der Filmfestes in Cannes.

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Comeback für Roman Polanski

Für den 68-jährigen Regisseur Roman Polanski kam die hohe Auszeichnung überraschend: Als die Jury der Filmfestspiele von Cannes ihm am Sonntag (27. Mai 2002) für das Holocaust-Drama "Der Pianist" die Goldene Palme verlieh, war Polanski bereits nach Paris abgereist und musste an die Cote d'Azur zurückgerufen werden.

Der Film wurde zu großen Teilen in einer Rekonstruktion des Warschauer Ghettos gedreht, die in den Filmstudios in Babelsberg bei Berlin aufgebaut war. "Der Pianist" erzählt das Schicksal des Klavierspielers Wladislaw Szpilman (Adrian Brody), dessen Überleben von einem deutschen Offizier (Thomas Kretschmann) abhängt. Über seinen Film sagte Polanski, es sei der "persönlichste", den er je gedreht habe und er habe darin seine "Erinnerungen" einfließen lassen.

Der 1933 in Paris geborene Regisseur hatte die Deportation seines Vaters nach Krakau miterlebt. Seine Mutter gehört zu den Opfern der Judenvernichtung im Nazi-Reich. Seit 1976 hat Polanski die französische Staatsbürgerschaft.

Lange Jahre hatte Polanski ein derart persönliches Thema nicht aufgreifen wollen. Aber schließlich entschied er sich, ein Buch des vor zwei Jahren verstorbenen Robert Laffont zu verfilmen.

Bekannte Filme von Polanski sind zum Beispiel "Rosemaries Baby" (1968), "Bitter Moon" (1992) und "Der Tod und das Mädchen" (1995). Für "Cul-de-Sac" erhielt er 1966 einen Goldenen Bären bei der Berlinale. Seinen größten kommerziellen Erfolg hatte Polanski mit der Horror-Satire "Tanz der Vampire" (1967).

Die Preisträger im Überblick

Den Großen Preis der Jury von Cannes erhielt in diesem Jahr der Finne Aki Kaurismäki für "Mies vailla Menneisyyttä" ("Der Mann ohne Vergangenheit"). Die finnische Darstellerin Kati Outinen wurde für ihre Rolle in diesem Film als Beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Den Preis des besten Schauspielers erhielt der Belgier Olivier Gourmet für seine Rolle in dem Film "Der Sohn" von Jean-Pierre und Luc Dardenne.

Ausgezeichnet wurden auch zwei Filme, die als Mit-Favoriten für die Goldene Palme galten: Das Künstler-Drama "Chihwaseon" ("Trunken von Frauen und Malerei") des Südkoreaners Im Kwon-taek, in dem das Leben des Künstlers Jang Seung-up aus dem 19. Jahrhundert verarbeitet wird, erhielt einen Preis für die Beste Regie. Die Groteske "Göttlicher Eingriff" des Palästinensers Elia Suleiman, in der die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern in grotesker Weise nachgezeichnet werden, erhielt den Preis der Jury.

Einen einmaligen Spezialpreis zum 55. Jubiläum der Filmfestspiele gab es für den Amerikaner Michael Moore mit seinem kritischen und provokativen Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" über Ursachen und Auswirkungen des Waffenwahns in den USA. (AFP/kas)

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  • Datum 27.05.2002
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