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Politik

Gescheiterter Anschlag auf den Friedensprozess

Die indische Polizei hat Phantombilder von Verdächtigen für den Zug-Anschlag veröffentlicht. Unterdessen wurde der pakistanische Außenminister Kasuri in Neu Delhi erwartet - zu Gesprächen über Terrorbekämpfung.

Das Phantombild: Die beiden zwischen 20 und 30 Jahre alten Männer sollen die Bombe auf den Friedensprozess gelegt haben

Sie sollen die Bombe auf den Friedensprozess gelegt haben

Nach dem Terroranschlag auf den Schnellzug von Indien nach Pakistan hat die indische Polizei Phantombilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. "Gegen 23.30 Uhr sind diese Leute abgesprungen, und die Explosionen ereigneten sich 15 Minuten später", sagte der Generalinspekteur der Polizei, Sharad Kumar. Unklar blieb, wie die Männer aussteigen konnten und warum der Zug die Fahrt verlangsamte. Ein Stopp war im Fahrplan nicht vorgesehen. Zu- und Aussteigen ist bei dem grenzüberschreitenden Schnellzug verboten.

Zahl der Toten steigt

Bei dem Anschlag waren vor allem Pakistaner getötet worden. Die Zahl der Toten stieg am Dienstag (20.2.) auf 68. Ein 15-Jähriger aus der südpakistanischen Hafenstadt Karachi starb in einem Krankenhaus an seinen Verbrennungen.

Lalu Prasad Yadav (1995)

Lalu Prasad Yadav (1995)

Der indische Bahnminister Lalu Prasad Yadav machte Gegner des Friedensprozesses zwischen Indien und Pakistan für den Anschlag verantwortlich. Vor allem muslimische Extremisten lehnen den Friedensprozess ab. Indien sprach von einem "Akt des Terrors", der den Friedensprozess zwischen beiden Atom-Mächten untergraben solle. Pakistan forderte von Indien eine Bestrafung der Täter. Der Friedens-Prozess solle aber fortgesetzt werden, sagte Pakistans Präsident Pervez Musharraf.

Khurshid M. Kasuri

Khurshid M. Kasuri

Am Dienstag wurde der pakistanische Außenminister Khurshid Mahmud Kasuri in Neu Delhi erwartet. Kasuri hatte nach der Tat gesagt, bei den Gesprächen mit seinem indischen Amtskollegen Pranab Mukherjee werde eine gemeinsame Initiative zur Terrorismusbekämpfung eine wichtige Rolle spielen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Terroranschlag scharf verurteilt. "Dieses abscheuliche Verbrechen kann durch keinen Grund gerechtfertigt werden", teilte ein Sprecher Bans am Montag (Ortszeit) in New York mit. Die Hintermänner müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Generalsekretär begrüßte, dass die Regierungen in Neu Delhi und Islamabad "ihre Entschlossenheit bekräftigt haben, den Weg des Dialoges weiterzugehen".

Konflikt seit 1947

Indien und Pakistan streiten sich seit der Unabhängigkeit 1947 vor allem um die Himalaya-Region Kaschmir. Zwei der drei Kriege zwischen den aus Britisch-Indien hervorgegangenen Staaten drehten sich um das Gebiet. 2004 einigte man sich auf die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen. Nach den Anschlägen in Bombay im Juli wurden die Gespräche ausgesetzt und Ende 2006 wieder aufgenommen. (sams)

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