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Klimaschutz

Generation Klimawandel

Rund 1200 junge Menschen aus 104 Nationen reisen für die Jugendklimakonferenz Anfang November nach Bonn. Sie wollen frischen Wind in die anschließende Weltklimakonferenz bringen.

"Klimawandel ist das Thema, das mich politisiert hat. Es ist das drängendste Problem unserer Generation", antwortet Laura Mai Ehrich auf die Frage, warum sie sich für den Klimaschutz engagiert. Es sind noch sechs Wochen bis zur 13. Conference of Youth (COY13), die kurz vor der UN-Klimakonferenz (COP23) in Bonn stattfindet. Seit Februar organisiert die Politikstudentin gemeinsam mit rund 80 weiteren jungen Menschen aus der ganzen Welt die dreitägige Konferenz - ehrenamtlich. Ihr Ziel: ihrer Generation beim Thema Klimagerechtigkeit eine Stimme zu geben. Dazu bereiten sie die Teilnehmer auf die Weltklimakonferenz vor, klären auf und entwickeln konkrete Forderungen, um sie dann persönlich den Landesvertretungen zu überreichen.

Frischer Wind durch die Teilnahme zukünftiger Generationen - das schreibt sich YOUNGO seit ihrer ersten COY in Montréal 2005 auf die Fahnen. YOUNGO, die Jugendvertretung des UN-Klimasekretariats, ist Veranstalter der Konferenz, finanziert wird sie zum Großteil vom Bundesumweltministerium. Genau wie die UN-Klimakonferenz selbst. Der Apfel fällt also auch hier nicht weit vom Stamm, zumindest was den institutionellen Rahmen angeht. Inhaltlich will sich die COY jedoch abgrenzen. "COY ist nicht gleich COP", fasst Anna Bäuerle, eine der beiden Gesamtkoordinatoren, zusammen. "Wir bereiten unsere Teilnehmer ja nicht nur auf die Weltklimakonferenz vor, sondern bauen langfristig Netzwerke für den Klimaschutz auf."

 Auch die organisatorische Herangehensweise dürfte sich bei den beiden Veranstaltungen unterscheiden. "Die Hierarchien sind sehr flach, wodurch mehr Leute zu Wort kommen", erklärt Laura. Dadurch, dass die meisten noch nie eine Veranstaltung dieses Formats organisiert hätten, sei es wie eine groß angelegte Learning-by-doing-Aktion, sehr experimentell. Das liege auch daran, dass die COY jedes Jahr in einem anderen Land und damit von Null aufgebaut werde, fügt Patrick Kohl hinzu. Der 21-Jährige hilft bei Teilnehmerbetreuung, Homepage und Verpflegung. Die Organisation funktioniere nur, weil einige Leute sehr viel Zeit reinsteckten.

Und das bereits seit Februar. Programmplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung. Über 1000 Leute müssen nach Bonn gebracht und möglichst auch hier untergebracht werden. Alles möglichst nachhaltig natürlich. Bei so vielen Aufgaben und so wenig vorgegebener Struktur kann es dann schonmal passieren, dass der Zeitplan nicht aufgeht. Beispiel Unterkunft: Als das COY-Team im Mai Hostels anfragte, war wegen der UN-Klimakonferenz bereits alles ausgebucht, sodass sie auf das nahe Köln und Bad Honnef ausweichen mussten. Aber auch das wird nicht für alle reichen.

"Wir hoffen noch auf ein paar Turnhallen oder Klassenräume in der Integrierten Gesamtschule in Beuel, wo auch die Konferenz stattfinden wird", erklärt Patrick. Die Teilnehmer scheint das nicht zu stören: Rund 300 Leute stehen noch auf der Warteliste, um im November dabei sein zu können.

Mit diesem Ansturm hätte auch Anna nicht gerechnet. Die Koordination der COY ist für sie momentan ein Vollzeitjob - nur ohne Bezahlung. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Für die weltweit verstreuten Organisatoren bedeutet das meterlange Chatverläufe und eine Skypekonferenz nach der anderen. "Manchmal steckt man so tief in den Vorbereitungen, dass man vergisst, wofür man das eigentlich macht", lacht Patrick. Doch allein die Tatsache, dass Leute aus der ganzen Welt für diese Konferenz anreisten, sei schon Wahnsinn. Laura hofft vor allem auf gute Stimmung. "Wenn es irgendjemanden genug berührt, dass er einen von uns nochmal persönlich aufsucht, um sich zu bedanken, dann war es das wert."

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