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Wirtschaft

Frankreich: "Der Euro wird steigen"

Der französische Notenbankchef Jean-Claude Trichet rechnet mit einem stärkeren Euro und erwartet keinen signifikaten Preisanstieg durch das Euro-Bargeld.

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Paris - Sitz der französischen Notenbank

Die Umfragen sagen, dass viele Franzosen sich sehr spät auf den Euro vorbereiten. Ist das ein Risiko?

Wir müssen den Leuten klar sagen, daß Sie nicht bis zur letzten Minute warten sollen. Aber viele Bürger vertrauen dem Euro auch und sind sicher, daß Sie die Umstellungsprobleme meistern werden. Wir versuchen, mit den Bürgern so viel wie möglich zu kommunizieren. Und raten Ihnen, sich in aller Ruhe aber ernsthaft vorzubereiten.

Trotzdem sehen in einer aktuellen Umfrage 30 Prozent der Franzosen der Einführung des Euro mit Sorge entgegen. Wir haben auch eine Grafik dazu. Hat die Politik es versäumt, ihre Mitbürger vom Euro zu überzeugen?

Nun, man könnte genausogut sagen: 70 Prozent der Franzosen sind optimistisch oder nicht pessimistisch. Man darf die allgemeine Zustimmung zum Euro nicht mit all den kleinen Schwierigkeiten bei der Einführung aufrechnen. Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Ich glaube, dass Franzosen wie Deutsche den Euro als etwas Positives sehen und 30 Prozent eben sagen "es wird auch in paar Probleme geben."

Zu diesen kleinen Schwierigkeiten, die Sie erwähnten, gehört ja auch, daß einige Firmen den Euro nutzen, um die Preise zu erhöhen. Meinen Sie, daß das stattfinden wird?

Nein, aus unseren Verbrauerpreisindizes lässt sich das nicht herauslesen. Ich habe selber den Unternehmern immer wieder gesagt, dass sie sich da so verantwortlich wie möglich verhalten sollen. Auch die Verbraucher sollten wachsam sein. Alles in allem bin ich aber zuversichtlich, daß der Euro keinen Preisauftrieb mit sich bringt - jedenfalls keinen signifikanten, der sich im Index niederschlägt.

Sie glauben, die Inflation ist unter Kontrolle?

Wenn es um Inflation geht, ist immer Wachsamkeit geraten, und die Europäische Zentralbank ist wachsam. Aber wir glauben, dass wir die Inflation unter Kontrolle haben. Wir sind zuversichtlich, daß sie im Lauf des ersten Halbjahres 2002 in der Eurozone unter zwei Prozent fallen wird.

Der Euro ist ja im Vergleich zum US-Dollar nicht so besonders gut gestartet. Glauben Sie, daß sich das im nächsten Jahr ändern wird?

Hoffentlich enttäusche ich Sie nicht, aber dazu sage ich nur einen Satz: Ein starker Euro liegt im Interesse Europas.

Trotzdem ist der Euro schwach. Glauben Sie nicht, daß es auch Politiker gibt, die ein Interesse am schwachen Euro haben?

Das glaube ich absolut nicht. Wie gesagt: der starke Euro liegt in unserem Interesse. Im Augenblick beobachten wir eine Unterbewertung des Euro durch die Märkte. Aber die wird korrigiert werden.

Wenn Europa nun in eine Rezession fällt, wer oder was wird den Euro stärken?

Europa wird nicht in eine Rezession geraten. Das glauben weder Experten noch die internationalen Märkte. Außerdem kann ich wirklich sagen: Wir - also sowohl die EZB als auch die nationalen Notenbanken - haben die Aufgabe, das Vertrauen in Europa zu stärken. Dafür sind wir verantwortlich und genau das tun wir auch.

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