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Aktuell Asien

Flucht vor neuem Feldzug gegen die Kokang

Die Armee Myanmars meldet Erfolge im Kampf gegen die Rebellen der chinesisch-stämmigen Kokang. Viele Angehörige dieser Minderheit brechen bereits auf zur Flucht. Ein neuer Massenexodus nach China?

Mindestens 13 Aufständische der Kokang seien gefallen, weitere acht habe man nach den jüngsten Gefechten gefangengenommen, berichteten die Staatsmedien Myanmars (früher: Birma). Milizionäre einer "abtrünnigen Gruppe" seien am Samstag in die Hauptstadt der Provinz Shan im Norden des Landes "eingesickert", aber von den Regierungstruppen gestellt worden, meldete die Zeitung "Global New Light of Myanmar". Nach den Kämpfen in Laukkai seien später 13 Leichen der Kokang gefunden und bis zu 100 Waffen erbeutet worden.

In der vergangenen Woche hatten Kokang-Aufständische unter dem ehemaligen Führer Phone Kya Shin Militärstützpunkte angegriffen und damit offensichtlich einen Sturm auf Laukkai einleiten wollen. Fast 50 Regierungssoldaten waren bei tagelangen Gefechten in der selbstverwalteten Region an der Grenze zur Volksrepublik China getötet worden.

Die Regierungstruppen reagierten mit einer umfangreichen Gegenoffensive zu Lande und in der Luft. Es handelt sich um die massivste derartige militärische Konfrontation seit zwei Jahren und gilt als schwerer Rückschlag für die Bemühungen der Regierung um eine Waffenruhe mit den vielen militanten Minderheiten.

Vielvölkerstaat Myanmar (Karte DW)

Vor den Kampfhandlungen brachte sich eine größere Zahl von Kokang aus Laukkai und Umgebung in Sicherheit. Eine unbekannte Zahl machte sich auf Richtung chinesischer Grenze. In der benachbarten Volksrepublik ist man besorgt über befürchtete neue Flüchtlingsströme. Bei der Niederlage der Kokang-Rebellen im Jahr 2009 waren neben Führung und Kämpfern auch mindestens 30.000 Zivilisten in die chinesische Provinz Yunan geflohen.

Der Konflikt zwischen Aufständischen in der Region und der Armee Myanmars war wieder dramatisch aufgeflammt, nachdem es einige Jahre lang weitgehend ruhig geblieben war. Seit ihrer Machtübernahme 2011 hat die neue Führung unter Präsident Thein Sein mehrere Anläufe genommen, mit rund einem Dutzend ethnisch geprägter Rebellengruppen Friedensabkommen auszuhandeln. Einzelne Waffenstillstandsvereinbarungen wurden wieder gebrochen.

SC/pg (APE, afpe)