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Aktuell Asien

Myanmar: Neuer Aufstand der Kokang-Rebellen

Wieder wird die Zentralregierung Myanmars herausgefordert durch eine der vielen militanten Minderheiten im Land. Gegen die Kokang-Rebellen an der Grenze zu China reagierte die Armee auch mit Luftschlägen.

Eine abtrünnige Fraktion der Kokang-Aufständischen unter dem ehemaligen Führer Phone Kya Shin habe mehrere Militärstützpunkte angegriffen und damit offensichtlich den Sturm auf die Provinzhauptstadt Laukkai vorbereitet. Fast 50 Regierungssoldaten seien gefallen bei den tagelangen Gefechten mit den Rebellen in der selbstverwalteten Kokang-Region im Bundesstaat Shan an der Grenze zur Volksrepublik China, hieß es in den staatsnahen Medien. Es gebe mehr als 70 Verletzte, eine Reihe von Fahrzeugen sei zerstört worden.

Etwa 200 Kämpfer der Kokang, der chinesisch-stämmigen Minderheit Myanmars (früher: Birma), hatten demnach unter anderem lokale Armeehauptquartiere beschossen. Sie sollen Raketenwerfer und Luftabwehrgeschütze eingesetzt haben. Die Regierungstruppen übten laut der Zeitung "Global New Light of Myanmar" Vergeltung auch mit mehreren Luftangriffen gegen die Guerilla-Kommandos.

DW-Karte Vielvölkerstaat Myanmar

Die Regierung in Naypyidaw informierte die zuständigen Stellen in Peking, da man in China besorgt ist über befürchtete neue Flüchtlingsströme über die Grenze. Bei der Niederlage der Kokang-Rebellen im Jahr 2009 waren neben Führung und Kämpfern auch mindestens 30.000 Zivilisten in die chinesische Provinz Yunan geflohen.

Der Konflikt zwischen Aufständischen in der Region und der Armee Myanmars war wieder dramatisch aufgeflammt, nachdem es einige Jahre lang weitgehend ruhig geblieben war. Seit ihrer Machtübernahme 2011 hat die neue Führung unter Präsident Thein Sein mehrere Anläufe genommen, mit rund einem Dutzend ethnisch geprägter Rebellengruppen Friedensabkommen auszuhandeln. Einzelne Waffenstillstandsvereinbarungen wurden wieder gebrochen.

SC/fab (APE, afpe, dpa, KNA )