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39 Tote bei Angriff auf Nachtclub

Festgenommener gesteht Silvester-Anschlag in Istanbul

Es war einer der blutigsten der in jüngster Zeit nicht seltenen Anschläge in der Türkei. Ein Mann erschoss in der Silvesternacht in Istanbul 39 Menschen. Jetzt ist der Attentäter nach Behördenangaben gefasst.

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Polizei nimmt mutmaßlichen Täter fest

Ein 34-jähriger Usbeke hat den Silvester-Anschlag auf den Nachtclub "Reina" in Istanbul gestanden. Dies teilte der Gouverneur der türkischen Metropole, Vasip Sahin, vor Journalisten mit. Sicherheitskräfte hatten den Mann bei einem nächtlichen Großeinsatz in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Esenyurt festgenommen. An der Aktion waren  rund 2000 Polizisten sowie Mitarbeiter des türkischen Geheimdiensts MIT beteiligt.

"Gut trainierter Terrorist"

Der Gouverneur sagte, bei dem Attentäter handele es sich um einen gebürtigen Usbeken namens Abdulgadir Mascharipow. "Er wurde in Afghanistan ausgebildet und spricht vier Sprachen. Er ist ein gut trainierter Terrorist", erklärte Sahin. In der Wohnung seien 197.000 Dollar sowie zwei Waffen und Magazine gefunden worden.

Polizisten führen den Usbeken ab (picture alliance/Zumapress)

Polizisten führen den Usbeken ab

Zusammen mit Mascharipow wurden drei Frauen aus Ägypten, dem Senegal und aus Somalia festgenommen sowie ein Kirgise, in dessen Wohnung der geständige Attentäter Unterschlupf gefunden hatte. Türkische Medien veröffentlichten Bilder, auf denen der Usbeke mit Blut im Gesicht und auf dem T-Shirt zu sehen war, während ein Polizist ihn am Hals packt. Das Fernsehen zeigte, wie er mit gebeugtem Kopf abgeführt wurde.

Der Angreifer war in der Silvesternacht in den exklusiven Club am Ufer des Bosporus eingedrungen und hatte wahllos auf Feiernde geschossen. 39 Menschen wurden getötet, unter ihnen mindestens 26 Ausländer, meist arabische Touristen. Zahlreiche weitere Gäste erlitten Verletzungen. Dem Schützen war anschließend die Flucht gelungen. Zu dem Anschlag hatte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt.

 IS-Kämpfer in Syrien

Türkischen Medienberichten zufolge war Mascharipow bereits seit drei Tagen observiert worden. Die Sicherheitskräfte hätten mit dem Zugriff gewartet, um mögliche Komplizen zu identifizieren, hieß es. Der Attentäter soll für den IS in Syrien gekämpft haben und bei dem Anschlag daher sehr professionell vorgegangen sein. Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Attentäter habe für Geld gemordet und nicht aus ideologischen Gründen.

wl/stu (afp, dpa, rtre)

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