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Aktuell Europa

Ex-Regierungschef Papandreou spaltet Griechenlands Sozialisten

Drei Wochen vor der griechischen Parlamentswahl hat der frühere Ministerpräsident Papandreou die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Sie spaltet sich von der Pasok ab - ein schwerer Schlag für die Traditionspartei.

Die neue Partei werde als Ziel haben, das Land aus der Krise zu führen, heißt es in einer Erklärung Papandreous. Einzelheiten über die Ausrichtung der Partei will der 62-Jährige am Samstagabend bei einer Veranstaltung in Athen bekannt geben.

Reaktion auf Pasok-Niedergang

Für die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok), die Papandreous Vater 1974 gegründet hatte, könnten durch den Abgang des ehemaligen Regierungschefs schwere Zeiten bevorstehen. Die mitte-links gerichtete Partei, die seit Juni 2012 als Juniorpartner an der Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras beteiligt ist, kam bei einer Umfrage zuletzt auf unter fünf Prozent. Durch eine Abspaltung könnten beide Parteien an der Drei-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament scheitern. Die Sozialisten warfen Papandreou vor, die Pasok "vernichten" zu wollen, indem er "eine persönliche Partei" gründe, erklärte eine Pasok-Sprecherin.

In Griechenland finden am 25. Januar vorgezogene Wahlen statt, nachdem die Wahl eines Staatspräsidenten im Parlament dreimal gescheitert war. Den Umfragen zufolge gilt die oppositionelle Linkspartei Syriza als Favorit. Die Partei von Alexis Tsirpas fordert von den Geldgebern Griechenlands einen neuen Schuldenschnitt. Bei den letzten Wahlen hatte die Syriza hinter den Konservativen das zweitbeste Ergebnis erreicht.

Beobachter werten Papandreous Schritt als Versuch, einen Teil der Wählerschaft der Syriza zu gewinnen. Viele Sozialisten waren wegen der schweren Finanzkrise zur Syriza abgelaufen.

Premier in den Hochzeiten der Finanzkrise

Papandreou hatte Griechenland zwischen 2009 und 2011 während der schlimmsten Phase der Finanzkrise regiert. 2010 hatte er um die Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gebeten und ein hartes Sparprogramm verhängt. Im November 2011 musste er nach einer nicht mit den Geldgebern vereinbarten Ankündigung einer Volksabstimmung über die Euro-Politik seiner Regierung zurücktreten. Papandreous Kabinett wurde von einer Übergangsregierung abgelöst. Die Parteiführung übernahm der heutige Pasok-Chef Evangelos Venizelos.

sp/ml (rtr, dpa)