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Wirtschaft

IWF dreht Griechen den Geldhahn zu

Mit der gescheiterten Präsidentenwahl in Athen stehen auch die ausländischen Hilfen für das Land auf der Kippe. Griechenland droht eine lange politische Instabilität - und wirtschaftlich die Pleite.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will erst mit einer neuen griechischen Regierung über weitere Hilfen sprechen. Vorher würden keine neuen Notkredite überwiesen, teilte der IWF als Reaktion auf die neue politische Krise Athens mit. "Griechenland hat keinen dringenden Finanzbedarf", erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice in einer schriftlichen Stellungnahme. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Nach der

gescheiterten Wahl

des ehemaligen EU-Kommissars Stavros Dimas zum neuen Staatspräsidenten hat die Regierung in Athen für den 25. Januar vorgezogene Parlamentswahlen angekündigt. Umfragen zufolge dürften daraus das Linksbündnis Syriza als stärkste Kraft hervorgehen. Das hat auch bei Investoren für

erhebliche Unruhe

gesorgt.

Linke: "Sparkurs ist bald Geschichte"

Sollte Syriza die Wahlen gewinnen, befürchten Experten politische Turbulenzen in dem von der Pleite bedrohten EU-Land. Denn Parteichef Alexis Tsipras hat versprochen, in diesem Fall den Sparkurs aufzukündigen. Die Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank (EZB) hat Griechenland mit 240 Milliarden Euro vor dem Kollaps bewahrt, im Gegenzug aber Reformen diktiert, die den Griechen große Entbehrungen abverlangen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt Griechenland nach der gescheiterten Präsidentenwahl vor einer Abkehr vom Sparkurs. "Wenn Griechenland einen anderen Weg einschlägt, wird es schwierig", heißt es in einer Mitteilung seines Ministeriums. "Jede neue Regierung muss die vertraglichen Verpflichtungen der Vorgänger einhalten", so Schäuble.

Zahlungsunfähigkeit im Frühling?

Ende Februar läuft das Hilfsprogramm für Griechenland aus. Die Eurozone hatte es am 8. Dezember um zwei Monate verlängert, um mehr Zeit für die Überprüfung der griechischen Finanzen zu haben. Danach entscheidet sich, ob die noch ausstehenden sieben Milliarden Euro an Notkrediten ausgezahlt werden. Andernfalls droht Athen nach Einschätzung der amtierenden Regierung ab dem Frühjahr die Zahlungsunfähigkeit.

jj/SC (dpa, afp, rtr)