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Nahost

Erweiterung der Bodenoffensive trotz UN-Resolution

Einen Monat nach Beginn der Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hat der UN-Sicherheitsrat in einer Resolution ein Ende des Konflikts gefordert. Die Kampfhandlungen gingen indes weiter.

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Israelische Truppen rücken weiter in den Libanon vor

Die in der Nacht zum Samstag (12.8.) einstimmig beschlossene Resolution 1701 fordert die Hisbollah auf, den Beschuss israelischen Gebiets einzustellen. Israel soll seine "offensiven Militäroperationen" beenden und sich aus dem Südlibanon zurückziehen. Die israelische Luftwaffe setzte allerdings ihre Bombardements im Libanon fort. Zudem startete die Armee die vom Sicherheitskabinett beschlossene Großoffensive am Boden.

UN Hauptquartier in New York

UNO-Hauptquartier in New York

Nach der von Frankreich und den USA ausgearbeiteten Resolution soll die bereits bestehende Truppe der UN-Mission im Libanon (UNIFIL) zusammen mit der libanesischen Armee die bislang von der Hisbollah dominierte Grenzregion unter Kontrolle bringen und wird dafür mit einem robusteren Mandat ausgestattet. Über die Zusammensetzung der Friedenstruppe, die auf bis zu 15.000 Soldaten aufgestockt werden soll, wollen die beteiligten Länder am Samstag beraten, wie ein Vertreter der US-Regierung ankündigte.

Diskussion um deutsche Beteiligung

Frankreich, das als Führer der Truppe im Gespräch ist, kündigte an, seinen Teil bei der Umsetzung der UN-Resolution zu leisten. Das betreffe vor allem die Entsendung weiterer Soldaten, sagte Präsident Jacques Chirac. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, schloss eine Beteiligung der Bundeswehr nicht grundsätzlich aus. Die Bundesregierung macht eine deutsche Beteiligung bislang vor allem von der Mandatsgestaltung abhängig.

Die UN-Entschließung forderte auch die "bedingungslose Freilassung" der von der Hisbollah entführten Soldaten, für deren Befreiung die israelische Armee mit ihren Angriffen seit dem 12. Juli kämpft.

Wenige Stunden nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats startete die israelische Armee eine Bodenoffensive. Dabei sollten die israelischen Einheiten nach Angaben eines Armeesprechers bis zum Litani-Fluss vordringen. Die Einheiten am Boden würden "durch Luft- und Marine-Einsätze unterstützt", fügte der Sprecher hinzu. In Sidon wurde ein Elektrizitätswerk bombardiert. Im Norden des Landes flogen Kampfjets Angriffe auf vier Verbindungsstraßen Richtung Syrien. Die Hisbollah feuerte am Samstagmorgen nach Angaben der libanesischen Polizei rund 20 Raketen auf den Norden Israels ab.

Zustimmung zur Resolution signalisiert

Ehud Olmert

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert will nach Angaben seines Sprechers die UN-Resolution am Sonntag dem Kabinett zur Billigung vorlegen. Nach Angaben des Weißen Hauses berieten US-Präsident George W. Bush und Olmert den Entwurf vor der Verabschiedung im Sicherheitsrat am Telefon. Die israelische Offensive könnte noch eine Woche andauern. Dies erklärte Heereschef Dan Halutz wenige Stunden nach der Verabschiedung der UN-Resolution in Jerusalem.

Die libanisches Regierung hat der Resolution bereits zugestimmt. Auch die Hisbollah, die mit zwei Ministern in der libanesischen Regierung vertreten ist, akzeptiert die UN-Resolution. Milizen-Chef Nasrallah machte allerdings klar , dass seine Organisation weiter kämpfen werde, so lange sich israelische Truppen im Libanon befänden. (wga)

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