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Aktuell Welt

Erste Jahresmission auf der ISS gestartet

So lang hat noch niemand auf der ISS gelebt: Ein ganzes Jahr lang sollen ein US-Astronaut und ein russischer Kosmonaut im All bleiben. Ihr Ziel: Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars zu gewinnen.

Um 2:33 Uhr MEZ funkte die NASA: "Kontakt!". Mit insgesamt drei Raumfahrern an Bord hatte die Sojus-Kapsel erfolgreich an der internationalen Raumstation ISS angedockt. Sechs Stunden dauerte ihre Reise vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe bis zu ihrem Ziel im All.

Langzeit-Ziel: Der Flug zum Mars

NASA-Astronaut Scott Kelly (Foto: Picture Alliance)

NASA-Astronaut Scott Kelly

Für den Russen Michail Kornijenko und den Amerikaner Scott Kelly beginnt nun der längste Einsatz, den es je auf der ISS gab. Zwölf Monate sollen sie es in der engen Station aushalten - doppelt so lange wie üblich. Der dritte Passagier der Sojus-Kapsel, der Kosmonaut Gennadi Padalka, soll dagegen im September wieder zurück zur Erde reisen - also nach der Hälfte der Zeit.

Die Langzeitmission des US-Amerikaners und des Russen ist es, die psychischen und physischen Grenzen in der Schwerelosigkeit zu testen und damit wichtige Erkenntnisse für einen zukünftigen bemannten Flug zum Mars zu liefern. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

Zwillinge unter Beobachtung

Die beiden Raumfahrer sind Weltallveteranen und flogen schon zu mehreren Missionen in den Orbit. Auf der ISS hielten sich beide bereits jeweils rund sechs Monate auf. Ein besonderes Augenmerk werfen Wissenschaftler dieses Mal auf den US-Amerikaner Kelly und auf dessen Zwillingsbruder Mark, der ebenfalls Astronaut war und nun quasi als Ein-Mann-Kontrollgruppe auf der Erde zurückbleibt. Vom Vergleich der 51-jährigen, im Erbgut nahezu identischen Zwillinge erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse, was für Auswirkungen das Leben in der Schwerelosigkeit des Alls auf den menschlichen Körper hat.

Russischer Langzeitrekord

Auf der ISS, etwa 400 Kilometer über der Erde, arbeiten derzeit außerdem die Italienerin Samantha Cristoforetti, der US-Astronaut Terry Virts und der russische Kosmonaut Anton Schkaplerow auf der ISS. Sie sollen im Mai zurückkehren. Der Rekord für den längsten Aufenthalt im All wird bislang übrigens von russischen Kosmonauten gehalten, die in den 1990er Jahren bis zu 14 Monate an Bord der Raumstation Mir verbrachten.

cw/cr (dpa, afp)