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Politik

Erneut Massenproteste in Bangkok

Mit der bisher größten Demonstration haben Zehntausende den Rücktritt von Thailands Ministerpräsident Thaksin Shinawatra gefordert. Dieser droht mit dem Notstand.

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Friedlicher Protest gegen Thaksin

Thailand Demonstration gegen Ministerpräsident Thaksin Shinawatra

Buddhisten fordern: Keine Gewalt

Die Demonstranten trugen thailändische Flaggen und gelbe Fahnen des Königshauses mit sich. Die Polizei sprach von 30.000 bis 40.000 Teilnehmern, die Organisatoren gaben die Zahl mit mehr als 200.000 an. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP schätzte mehr als 100.000. Der Verkehr in der Hauptstadt am Dienstag (14.3.2006) kam zum Erliegen.

Viele Demonstranten hatten zuvor auf einem Platz nahe des Königspalastes übernachtet, nachdem bereits am Montag zu eine Großdemonstration stattgefunden hatte. Vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra in Bangkok forderten sie dessen Rücktritt. Sie würden nicht eher gehen, bis Thaksin abtrete, riefen die Menschen in Sprechchören.

Thaksin droht mit Notstand

Die Demonstration blieb bislang friedlich. Thaksin kündigte indes an, er werde den Notstand ausrufen, falls Gewalt ausbreche. Dann könnten Soldaten durch die Straßen patrouillieren - angesichts der Geschichte Thailands, die von einer Reihe von Staatsstreichen geprägt ist, ein sensibles Thema.

Thaksin Shinawata

Fordert Unterstützung - und zwar an diese Adresse: Thaksin (1.3.2006)

Die Polizei hatte wegen der erwarteten Massenproteste bereits am Montag die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. 2000 Polizisten wurden in Bangkok stationiert, weitere 20.000 wurden in Einsatzbereitschaft versetzt. Eine geplante Gegendemonstration von Thaksin-Anhängern wurde kurzfristig abgesagt. Der Ministerpräsident hielt sich nicht an Bangkok auf, sondern reiste zu Wahlkampfveranstaltungen in den Nordosten des Landes. An der wöchentlichen Kabinettssitzung nahm er per Videokonferenz teil.

Vorwurf des Machtmissbrauchs

Thailand Demonstration gegen Ministerpräsident Thaksin Shinawatra

Die Integrationsfigur: König Bhumibol Adulyadej

Der Massendemonstration voraus gingen mehrere Protestzüge mit zehntausenden Teilnehmern in den vergangenen Wochen. Dem Multimillionär Thaksin wird von seinen Gegnern Machtmissbrauch und Korruption vorgeworfen. Die Protestwelle hatte begonnen, nachdem Thaksins Familie am 23. Januar für steuerfreie 1,9 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) ihre Anteile an dem Telekommunikationsriesen Shin Corp an eine Holding der Regierung von Singapur verkauft hatte. Um den Druck auf seine Regierung zu senken, hatte der Ministerpräsident Ende Februar überraschend das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für den 2. April angekündigt. Die Opposition kündigte jedoch einen Boykott der Abstimmung an. Thaksin hat versprochen, er werde zurücktreten, sollte er bei der Wahl weniger als 50 Prozent der Stimmen erhalten. (sams)

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  • Datum 14.03.2006
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