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Nahost

Erneut blutiger Freitag in Syrien

Nach den Freitagsgebeten ist es wieder landesweit zu Protesten in Syrien gekommen. Es soll Dutzende Tote gegeben haben. Der türkische Premier richtete deutliche Worte Richtung Präsident Assad.

Frau hinter einer syrischen Flagge mit dem Wort Freedom bei einer Demonstration im jordanischen Amman im Juli 2011 (Foto:Nader Daoud/AP/dapd)

Die Proteste gehen weiter

Landesweit gingen am Freitag (16.09.2011) erneut tausende Menschen unter dem Motto "Wir demonstrieren bis zum Sturz des Regimes" gegen Präsident Baschar al-Assad auf die Straße – und erneut reagierte das Regime mit Gewalt. Oppositionsangaben zufolge sollen dabei mindestens 47 Menschen getötet worden sein.

Im nordsyrischen Hama erschossen Sicherheitskräfte nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sieben Zivilisten. Todesopfer habe es zudem in der Hauptstadt Damaskus, in der südlichen Region Daraa, in der östlichen Provinz Dair as-Saur und in der zentralsyrischen Oppositionshochburg Homs gegeben - entweder bei Demonstrationen oder bei Razzien.

"Schießen wahllos"

Allein in der Provinz Idlib in der Nähe der türkischen Grenze kamen den Angaben zufolge 21 Regimegegner ums Leben. "Die Sicherheitskräfte schießen weiter wahllos", sagte ein Anwalt aus Idlib dem arabischen Sender Al-Arabija. Für die Anwohner sei es deshalb kaum möglich, sich herauszuwagen und den Verletzten zu helfen.

Erdogan winkt bei seinem Besuch in Libyen, 16.9.2011 (Foto: dpa)

Zeit zu gehen: Erdogan findet, Assads Ära sei abgelaufen

Nach Angaben eines in London ansässigen syrischen Menschenrechtszentrums wurden in Hama sechs Einwohner bei einer Razzia des Militärs gegen Deserteure erschossen.

Erdogan: "Zeit abgelaufen"

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte während seines Besuchs in Libyen, Assad müsse begreifen, dass "seine Ära abgelaufen" sei. Die "Zeit der unterdrückerischen Regime" sei zu Ende.

Seit dem Beginn der Proteste gegen März kamen in Syrien nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 2600 Menschen ums Leben. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist kaum möglich, da die syrische Regierung keine ausländischen Journalisten ins Land lässt.

Autor: Oliver Samson (afp, dpa)
Redaktion: Stephan Stickelmann

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