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Welt

Entsetzen nach Anschlag von Marrakesch

Der Anschlag auf ein Touristencafé in der marokkanischen Stadt Marrakesch hat international Empörung ausgelöst. Der Weltsicherheitsrat sprach von einer "abscheulichen" Tat. Die Hintergründe sind nach wie vor unklar.

Rettungskräfte nach dem Anschlag in Marrakesch (Foto: AP)

Den Helfern bot sich ein Bild des Grauens

Das höchste Gremium der Vereinten Nationen verurteilte den Anschlag "auf das Schärfste". Den Angehörigen der Opfer dieser "schrecklichen Tat" sprachen die 15 Ratsmitglieder ihr Mitgefühl aus. "Jede Form von Terrorismus ist kriminell und nicht zu rechtfertigen", heißt es weiter in einer Erklärung, die der Weltsicherheitsrat in New York verbreitete.

Ban Ki Moon: "Wahllose Gewalt gegen Unschuldige"

Karte von Marokko (Grafik: DW)

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich "entsetzt" von dem Anschlag. Er weise den Einsatz "wahlloser Gewalt gegen unschuldige Zivilisten" scharf zurück, erklärte ein Sprecher Bans. Kein politisches Ziel rechtfertige solch eine abscheuliche Tat.

Ähnlich äußerte sich der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. Er sprach von einer "zynischen und verabscheuungswürdigen Tat, die wir auf das Schärfste verurteilen". Zugleich mahnte der Minister, der Anschlag dürfe keinesfalls dazu führen, dass Marokko von seinem Reformprozess abweiche.

Attentäter nehmen Touristencafé ins Visier

Nach neuen Angaben des marokkanischen Innenministeriums vom Freitag (29.04.2011) wurden bei der Explosion in dem bei Touristen beliebten Café Argana am Donnerstag 16 Menschen getötet, darunter auch mehrere Ausländer. Zudem habe es rund 20 Verletzte gegeben. Rettungskräfte hatten die Zahl der Opfer sogar mit mindestens 18 angegeben.

Aus welchen Ländern die Getöteten stammen, steht noch nicht mit letzter Sicherheit fest. Nach Angaben von Ärzten sollen mehrere Franzosen unter den Toten sein. Das Außenministerium in Den Haag bestätigte zudem den Tod einer Niederländerin.

Das zerstörte Café 'Argana' in Marrakesch (Foto: AP)

Das Café "Argana" gilt als beliebter Touristenmagnet

Spekulationen über Beteiligung von El Kaida im Maghreb

Über den Hintergrund der Bluttat ist noch nichts bekannt. Marokkos Kommunikationsminister Khalid Naciri erklärte allerdings, es habe sich um einen "terroristischen Akt" gehandelt. Das Land sei "wieder mit den gleichen Bedrohungen konfrontiert wie im Mai 2003". Damals waren bei Selbstmordanschlägen in der Küstenstadt Casablanca 45 Menschen getötet worden.

Ob auch dieses Mal ein Selbstmordattentäter am Werk war, ist noch nicht geklärt. Bisher hat sich auch niemand zu der Tat bekannt. Es wird aber spekuliert, dass die Gruppe El Kaida im islamischen Maghreb, ein nordafrikanischer Ableger des Terrornetzwerks von Osama bin Laden, hinter dem Anschlag stecken könnte.

Autor: Frank Wörner (dpa, afp, dapd)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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