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Bundesliga

"El Plastico" der Superlative

Vor dem Spitzenspiel müssen Leipzig und Hoffenheim viel Häme einstecken. Die Vereine nehmen es mit Humor und konzentrieren sich auf das Sportliche. Erwartet wird ein intensives Spiel auf höchstem Niveau.

Der spöttische Beiname "El Plastico” ist den Beteiligten von RB Leipzig genauso egal wie den Spielern und Trainern von 1899 Hoffenheim. Für die beiden Bayern-Jäger steht an diesem Samstag (15:30 MEZ im DW-Liveticker) auf dem Rasen der Red-Bull-Arena der wahre Stresstest an. Sensationsaufsteiger Leipzig empfängt den ungeschlagenen Tabellendritten Hoffenheim.

Es ist auch das direkte Duell der beiden derzeit besten deutschen Torjäger - Timo Werner und Sandro Wagner. Hinzu kommt die ruhmreiche Vergangenheit von RB-Sportdirektor Ralf Rangnick bei den Kraichgauern. Doch die größte Parallele der beiden Überraschungsmannschaften ist wohl vor allem eins: Die Abneigung mancher Fußball-Traditionalisten gegen die von Milliardären gesponserten Klubs. In Hoffenheim ist es Dietmar Hopp, bei RB der Österreicher Dietrich Mateschitz.

"Wir sind beides keine alten Vereine, die ewig in der Bundesliga sind”, meinte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl, ansonsten sehe er nicht so viele Gemeinsamkeiten. Eine ist aber offensichtlich: Der sportliche Erfolg! Der Tabellenzweite Leipzig ist mit 39 Punkten und 34:15 Toren bester Aufsteiger in der Bundesliga-Historie und Hoffenheim als einzige Mannschaft in Europas Topligen noch ohne Niederlage. Der gegenseitige Respekt ist dementsprechend groß.

"Stress und Chaos”

Leipzig, erklärte Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann, habe eine außergewöhnliche Art zu verteidigen und Bälle wieder zu erobern: "Das löst Stress und Chaos aus beim Gegner.” Hoffenheim, sei fußballerisch top, individuell gut besetzt, erkannte Hasenhüttl mit Respekt an. Er geht auch fest davon aus, dass die Gäste in Leipzig sehr, sehr mutig auftreten und sich nicht verstecken werden. "Es wird eine tolle taktische Herausforderung, weil unser Netz einfach perfekt funktionieren muss.”

Nur zweimal funktionierte der Leipziger Verbund mit dem aggressiven Gegenpressing, dem laufintensiven Hochgeschwindigkeitsfußball und dem ständigen Ballerobern nicht: Beim 0:1 in Ingolstadt und beim 0:3 gegen den inzwischen drei Punkte besseren Spitzenreiter in München. Zuhause sind die "Roten Bullen” aber weiter ungeschlagen, sechs ihrer sieben Siege feierten sie zuletzt in Serie. 

Werner bald Nationalspieler?

Fußball Bundesliga Timo Werner RB Leipzig Mainz Red Bull Arena GER 1 BL 10 (Imago/Picture Point LE)

Auf dem besten Wege Nationalspieler zu werden: Leipzigs Timo Werner.

Auch dank Timo Werner. Der 20 Jahre alte Torjäger, über dessen Berufung in die Nationalmannschaft mehr und mehr spekuliert wird, ist ebenso wie der Rest der vermeintlichen Startelf der Leipziger topfit. Erneut passen wegen seiner Rotsperre muss Emil Forsberg. Aber auch ohne den besten Vorlagengeber der Liga gelang den Leipzigern am vergangenen Samstag der höchste Bundesliga-Heimsieg (3:0 gegen Frankfurt). Werner machte dabei sein zehntes Tor. Genauso viele gelangen Hoffenheims Sandro Wagner. Er träumt ebenso von der DFB-Auswahl.

"Die beiden sind nicht zu vergleichen: zwei total unterschiedliche Spielertypen, vom Charakter und vom Stil”, sagte Nagelsmann über den Stoßstürmer Wagner und den pfeilschnellen Dribbler Werner. Werners Teamkollege Marvin Compper freut sich jedenfalls schon auf die Zweikämpfe mit Wagner. "Er ist ein anspruchsvoller Stürmer, der die Zweikämpfe sucht. Er macht das schlau”, meinte Compper, der aus Sicherheitsgründen das RB-Training am Donnerstag vorzeitig beendete. Bis Samstag sollen die Adduktorenbeschwerden aber wieder vorbei sein.

Compper trug wie auch Davie Selke oder Dominik Kaiser schon das Hoffenheimer Trikot. "Es ist immer ein besonderes Spiel, wenn man gegen den Ex-Verein spielt, das wird auch immer so bleiben”, sagte der Innenverteidiger. Über den abschätzigen Titel "El Plastico” für das Verfolgerduell konnte er indes nur lachen. Oder wie es Nagelsmann formulierte: "Ob es El Plastico oder El Gigantisimo heißt, ist mir völlig wurscht.”

 

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