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Amerika

Ein Chinese in Washington

Der chinesische Präsident Hu ist zu seinem viertägigen Staatsbesuch in den USA eingetroffen. Zum Auftakt aß er – ganz privat – mit US-Präsident Obama. Die brisanten Themen dürften erst später auf den Tisch kommen.

Chinas Staaschef Hu Jintao mit US-Vizepräsident Joe Biden auf dem roten teppich, dahinter das militärische Emfpangskomittee (Foto: AP)

Essen: privat, Empfang: offiziell

Mit militärischen Ehren ist Staatschef Hu Jintao am Dienstagabend (18.01.2011) auf einem Militärflughafen in der Nähe von Washington von US-Vizepräsident Joe Biden empfangen worden. Doch bevor die offiziellen Gespräche beginnen, hatte Präsident Barack Obama seinen chinesischen Amtskollegen zu einem privaten Abendessen ins Weiße Haus geladen. Das Dinner fand in kleinem Rahmen im Old Familiy Dining Room des Präsidentensitzes statt. Es war allerdings nicht nur familiär: An dem Treffen nahmen auch Außenministerin Hillary Clinton und Obamas Nationaler Sicherheitsberater, Tom Donilon, teil. Hu wurde von zwei Beratern begleitet.

Schwierige Themen für die nächsten vier Tage

Den viertägigen Aufenthalt Hus will Washington dazu nutzen, die Beziehungen zu China wieder zu verbessern. "Wir gewinnen beide mehr durch Zusammenarbeit als durch Konflikt", sagte Clinton. Doch derzeit gibt es reichlich Konfliktstoff zwischen den beiden Supermächten, unter anderem über die Bewertung der chinesischen Währung, den Handel und die Menschenrechtssituation in China.

Hillary Clinton vor zwei US-Flaggen (Foto: AP)

Außenministerin Clinton machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass im Verhältnis der beiden Länder nicht alles rund läuft

Werbung für Wirtschaft auf chinesisch

Doch in den vier Tagen will der chinesische Präsident nicht nur verhandeln, sondern auch den beabsichtigten friedlichen Aufstieg seines Landes anpreisen. Hu wird dazu vor führenden Wirtschaftsvertretern und Meinungsführern in Washington sprechen. Während eines Besuchs in Chicago will er auch die Vorteile des chinesischen Marktes und chinesischer Investitionen hervorheben.

Aber auch schon vor seiner Anreise hat er für sein System und für einen stärkeren Austausch zwischen den beiden größten Wirtschaftsnationen in Interviews mit US-Zeitungen geworben. "Wir sollten die Nullsummen-Mentalität des Kalten Krieges hinter uns lassen", so Hu. Er räumte aber zugleich auch Differenzen und empfindliche Probleme zwischen beiden Staaten ein.

Schon kleine Fortschritte sind wichtig

Hu Jintao vor chinesischer und amerikanischer Flagge (Foto: AP)

Zum zweiten Mal zum Staatsbesuch in den USA: Chinas Präsident Hu Jintao

Die Erwartungen an den Besuch in den USA sind angesichts dieser Probleme gering und eher nur von Hoffnungen geprägt. Shi Yinhong, Professor für Internationale Beziehungen an der Pekinger Renmin Universität, sagte: "Wenn Sie sich die (amerikanisch-chinesischen) Beziehungen im letzten Jahr anschauen, ist jeglicher Fortschritt wichtig."

Ein Erfolg des Treffens in Washington ist für den chinesischen Präsidenten auch von ganz persönlicher Bedeutung. Hu Jintao will sich Ende nächsten Jahres in den Ruhestand verabschieden und arbeitet schon daran, sein "politisches Vermächtnis zu sichern", meint der Chinaexperte des Oxford University, Steve Tsang.

Besonderes Essen als besondere Ehre

Es ist der zweite Staatsbesuch von Hu in den USA, allerdings wird ihm diesmal deutlich mehr Pomp als noch vor fünf Jahren geboten. Am Mittwochabend findet ein "State Dinner" statt, das erste für einen chinesischen Machthaber seit 13 Jahren. Obamas Vorgänger, George W. Bush, vertrat die Ansicht, ein Staatsbankett solle nur für verbündete und gleichgesinnte Mächte ausgerichtet werden.

Autorin: Sabine Faber (dpa, dapd)

Redaktion: Walter Lausch

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