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Pressefreiheit

DW-Korrespondent in Burundi mit Familie vereint

Antéditeste Niragira, der für die DW aus Burundi berichtet, ist aus dem Gewahrsam der Polizei entlassen worden. Die DW dankt allen Organisationen und Behörden, die sich für seine Freilassung eingesetzt haben.

Amida Issa vom Kiswahili-Programm und Antéditeste Niragira vom Französischen Programm (DW/M. El Dorado)

Antéditeste Niragira nach seiner Freilassung mit DW-Korrespondentin Amida Issa vom Kisuaheli-Programm

Unmittelbar nach seiner Freilassung am Dienstag durch die burundischen Behörden konnte die Leiterin der französischen Redaktion der DW, Dirke Köpp, mit Niragira sprechen. Er war noch sehr bewegt. "Ich bedanke mich sehr herzlich bei der Deutschen Welle und allen, die im Hintergrund für meine Befreiung engagiert waren. Ich habe gar keine Worte, die ausdrücken, wie dankbar ich bin. Ich bin sehr froh und erleichtert."

Fünf Tage hatte Niragira in der Demokratischen Republik Kongo in Haft gesessen, wo er aus einem Camp für burundische Flüchtlinge berichten wollte. Am Montag war er vom kongolesischen Geheimdienst aus dem Gefängnis geholt und an der Grenze an die burundischen Behörden übergeben worden.

Katastrophale Haftbedingungen

Niragira betonte, dass er weder in der Haft in Uvira, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, noch in Bujumbura in Burundi von Sicherheitsbeamten körperlich misshandelt worden sei. "Allerdings waren die Haftbedingungen im Kongo katastrophal: Das Gefängnis in Uvira war sehr schmutzig und alles voller Flöhe." Nicht einmal Licht habe es gegeben. Später wurde er in ein anderes Gefängnis verlegt, in dem er sich die Zelle von vier Quadratmetern mit fünf anderen Gefangenen teilen musste. Essen bekam er nicht; dieses wurde ihm vielmehr von einem anderen Korrespondenten der DW gebracht.

DR Kongo Gefängnis in Uvira (DW/M. El Dorado)

Das Gefängnis in Uvira, in dem Niragira bis Montag festgehalten wurde.

In einem Telefoninterview mit der Afrika-Redaktion der DW hatte der Pressesprecher der burundischen Bundespolizei, Pierre Nkurikiye, gestern bestätigt: "Antéditeste Niragira ist in guten Händen." Antéditeste Niragira musste eine weitere Nacht in einer Arrestzelle in Burundi verbringen, bevor er am Vormittag vom nationalen Medienrat (CNC) in Burundi angehört wurde. Im Anschluss an seine Aussage wurde er auf freien Fuß gesetzt und konnte seine Familie in die Arme schließen. Dass er die Nacht beim burundischen Geheimdienst verbringen musste, bezeichnete Polizeisprecher Nkurikiye als normales Vorgehen.

"Ich hatte noch nicht gearbeitet"

Niragira wollte am 17.05.2017 für die DW in einem Flüchtlingslager in der Nähe des Ortes Kavimvira in der DR Kongo über die desolaten Bedingungen berichten, unter denen dort burundische Flüchtlinge leben. Doch noch bevor er mit seiner Arbeit beginnen konnte, wurde er vom kongolesischen Nachrichtendienst (ANR) wegen vermeintlicher Spionagetätigkeit festgenommen und in ein Gefängnis in Uvira gebracht.

Er sei im Prozess der Akkreditierung gewesen, als er festgenommen wurde, berichtete Niragira der DW - nicht etwa im Flüchtlingslager, wie der ANR es darstellte. "Ich hatte noch nicht mit der Arbeit begonnen, wie der ANR es mir vorwirft", so Niragira. Seine Akkreditierung hätte er in der kongolesischen Botschaft in Burundi erhalten können oder in Uvira beim ANR: "Ich hatte mich für den zweiten Weg entschieden. Da es meine erste Reise in den Kongo war, musste ich mich zuerst nach dem Sitz des ANR erkundigen. Bevor ich das Büro erreicht hatte, wurde ich festgenommen."

Internationale Organisationen wie "Reporter ohne Grenzen" und "Amnesty International" äußerten sich erleichtert über die Freilassung.

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