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Aktuell Afrika

Drei Tote bei Anschlag auf UN-Truppen in Mali

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine UN-Basis im Norden Malis sind drei Zivilisten getötet worden. Auch mehr als zwei Jahre nach der französischen Militärintervention findet das Land keinen Frieden.

UN-Soldaten patrouillieren in Timbuktu (Foto: EPA/TANYA BINDRA)

Immer häufiger Ziel von Anschlägen: UN-Soldaten in Mali

Sie kamen gegen Mittag: Mit Sprengstoff hatten die Täter einen Kleintransporter beladen und auf einem Stützpunkt der UN-Militärmission ("Minusma") in Ansongo in der nördlichen Region Gao zur Detonation gebracht. Nach Angaben der UN wurden dabei drei Zivilisten getötet. Zudem seien bei der Explosion im Eingangsbereich des Lagers neun Blauhelmsoldaten und sieben Zivilisten verletzt worden.

Der Leiter der UN-Mission, Mongi Hamdi, verurteilte den Angriff. Er versicherte aber, die Tat werde die UN-Truppe nicht von ihrer Mission abbringen. Bislang hat niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Im Verdacht stehen islamistische Extremisten, die in der Region bereits mehrere ähnliche Attacken auf UN-Truppen verübt haben.

Chaos seit 2012

Mali galt lange als afrikanischer Musterstaat. Seit dem Militärputsch im Frühjahr 2012 befindet sich das Land in einer tiefen Krise. Tuareg-Rebellen und der Terrorgruppe Al-Kaida nahestehende islamistische Milizen brachten damals im Norden des Landes große Gebiete unter ihre Kontrolle. Sie erreichtete dort ein Regime auf Basis der Scharia, vertrieben Hunderttausende Menschen und zerstörten systematisch wertvolles Kulturerbe in den besetzten Städten.

Ein französischer Militäreinsatz stoppte damals den Vormarsch der Islamisten. Die Lage in dem westafrikanischen Staat ist seitdem aber extrem angespannt geblieben. Die Extremisten sind weiterhin in der Region aktiv und verüben regelmäßig Angriffe auf einheimische Sicherheitskräfte und UN-Soldaten, die seit dem Abzug der französischen Truppen für Stabilität und Sicherheit sorgen sollen. Mehrere Rebellengruppen weigern sich, ein über mehrere Monate hinweg ausgehandeltes Friedensabkommen zu unterzeichnen.

Ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch geht von mindestens 35 getöteten Blauhelmsoldaten seit Beginn der Mission in Mali im Juli 2013 aus. Mehr als 130 UN-Soldaten wurden seitdem verwundet.

In Mali sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Im Rahmen einer Ausbildungsmission unterstützt Deutschland die malischen Streitkräfte.

sp/stu (ap, afp)