Wieder Anschlag auf UN-Camp in Mali | Afrika | DW | 08.03.2015
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Afrika

Wieder Anschlag auf UN-Camp in Mali

Im Norden Malis sind bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der UN-Friedenstruppen mindestens drei Menschen getötet worden. Inzwischen ist auch ein "Bekennerschreiben" für den Anschlag in Bamako aufgetaucht.

Mehr als 30 Raketen sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf den Stützpunkt der UN-Mission in Mali ("Minusma") am Stadtrand von Kidal abgefeuert worden. Dort seien auch französische Truppen stationiert. Unter den Todesopfern seien ein Blauhelmsoldat aus dem Tschad und ein EU-Mitarbeiter. Ein Geschoss sei in einem Lager von Tuareg-Nomaden eingeschlagen und habe zwei weitere Menschen getötet. Zudem gebe es mindestens zwölf Verletzte - unter ihnen auch Kinder und weitere UN-Soldaten.

Kidal ist eine Hochburg der Tuareg-Rebellen. Diese hatten gemeinsam mit Islamisten vor zweieinhalb Jahren einen Vormarsch Richtung Norden gestartet, der von einem französischen Militäreinsatz gestoppt wurde. Die Lage in dem westafrikanischen Staat ist aber extrem angespannt geblieben.

"Die Wächter" bekennen sich zu Anschlag in Bamako

Erst am Samstag waren bei einem Anschlag auf eine Bar in der Hauptstadt Bamako fünf Menschen getötet und mindestens acht Besucher verletzt worden. Darunter waren ein Franzose und ein belgischer Sicherheitsbeauftragter einer EU-Delegation in Mali. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten gezielt auf Weiße geschossen.

Zu dem Anschlag bekannte sich die Gruppe "Al-Murabitoun" (Deutsch: "Die Wächter"), die von dem Algerier Mokhtar Belmokhtar, einer der bekanntesten Terroristen der Sahara, angeführt wird. Zu ihren Mitgliedern zählen neben militanten Islamisten auch Tuareg. Bei den Attentat handele es sich um Rache für die Mohammed-Cartoons in der französischen Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo", heißt es in einer Audiobotschaft, die der mauretanischen Nachrichtenagentur "Al-Akbar" zugespielt wurde. Die Gruppe "Al-Murabitoun" wurde zuletzt für den Anschlag auf das algerische Gasfeld In-Amenas Anfang 2013 verantwortlich gemacht, bei dem 38 Geiseln getötet wurden.

chr / wa (rtr, ap, afp, epd)