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Aktuell Afrika

Blutiger Anschlag auf Nachtklub in Bamako

Die Situation in Mali bleibt angespannt. Ethnische Rivalitäten und islamistische Rebellengruppen destabilieren vor allem den Norden des Landes. Jetzt wurden bei einer Attacke in Bamako drei Europäer getötet.

Bei dem Anschlag auf einen Nachtklub in der malischen Hauptstadt Bamako sind drei Europäer und zwei Malier getötet worden. Die Polizei nahm zwei Verdächtige nahe dem Anschlagsort fest.

Unter den Toten seien ein Franzose und ein Belgier, sagte ein Polizeivertreter. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini handelte es sich bei einem der Opfer um einen Mitarbeiter der EU-Delegation in Mali. Die Nationalität des fünften Opfers blieb zunächst unklar.

Hollande: "Feiger Anschlag"

Die Täter griffen laut Zeugen das Lokal "La Terrasse" in der Nacht zum Samstag mit einer Maschinenpistole und Handgranaten an. Einer von ihnen habe laut "Allahu Akbar" (Gott ist der Größte) gerufen, berichtete ein Augenzeuge. Anschließend seien die Männer mit einem Auto und einem Motorrad geflohen. Laut dem französischen Sender RFI waren sie mit Masken vermummt. Zwei Verdächtige seien wenig später in der Nähe des Tatorts festgenommen worden. Mindestens acht Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Die Polizei sprach in einer ersten Reaktion von einem "Terroranschlag", auch wenn diesbezüglich noch Klärung notwendig sei. Polizisten riegelten den Bereich um das Restaurant ab, das in einem auch bei Ausländern beliebten Viertel der Hauptstadt liegt.

Präsident François Hollande verurteilte die Tat in einer Erklärung des Elysée-Palasts als "feigen Anschlag". Hollande werde Kontakt aufnehmen zu seinem malischen Kollegen Boubacar Keita, um dem westafrikanischen Land die Hilfe Frankreichs anzubieten. Auch Belgiens Außenminister Didier Reynders sprach von einem Terroranschlag und auch er verurteilte die Tat.

Die französische Botschaft in Bamako rief Franzosen zu äußerster Vorsicht auf, sollten sie ihre Wohnungen verlassen müssen. Das Auswärtige Amt gab eine Teilreisewarnung für Mali aus und erklärte, weitere Anschläge in Bamako seien nicht auszuschließen. Deutsche in Mali sollten die Nachrichten aufmerksam verfolgen und Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte unbedingt befolgen.

Friedensvertrag steht noch aus

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen dann die Verantwortung an die Blauhelm-Mission.

Zudem liegt noch ein über Monate verhandelter Friedensvertrag auf Eis. Der größte Zusammenschluss bewaffneter Tuareggruppen weigert sich bisher, ein von Malis Regierung und anderen Rebellen akzeptiertes Dokument zu unterzeichnen. Die Kritiker des über sieben Monate ausgehandelten Dokuments bemängeln, dass darin keine Autonomie der von ihnen "Azawad" genannten Region garantiert wird. Die Allianz der Tuareggruppen fordert zudem Zeit, um den Vertrag mit ihren Mitgliedern im Norden Malis zu diskutieren. Die Rebellengruppen kämpfen ebenso wie die malische Regierung gegen islamistische Gruppen wie "Al-Kaida im islamischen Maghreb".

as/pg (afp, rtr, epd)

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