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Wissen & Umwelt

Drei Millionen Tote durch Luftverschmutzung

Schmutzige Luft bedroht zunehmend die Gesundheit. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben deshalb pro Jahr mehr als drei Millionen Menschen weltweit. Die Politik müsse die Luftreinhaltung zur Priorität machen.

Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) schlägt Alarm. Sie stellte in Genf in der Schweiz eine Studie zur Luftverschmutzung vor und gab bekannt: Schmutzige Luft schädigt die Gesundheit der Menschen vor allem in Städten. Mehr als 80 Prozent der Stadtbewohner auf der Welt seien einer gefährlichen Konzentration von Schadstoffen ausgesetzt. Pro Jahr sterben deshalb mehr als drei Millionen Menschen an den Folgen der schmutzigen Luft, etwa durch Schlaganfall, Herzinfarkt oder Lungenkrebs.

In Genf stellte die WHO zugleich ihre Datenbank vor. In ihr sind die Daten zur Feinstaubbelastungen von 3000 Orten in der Welt dokumentiert und im Internet abrufbar.

Feinstaub kann sowohl aus natürlichen Quellen stammen, zum Beispiel von Sahara-Staub, Pollen und Waldbänden oder vom Reifenabrieb, aus Dieselmotoren, Kohlekraftwerken, Holzöfen und Industrie. Feinstaub dringt in die Bronchien und Lungenbläschen ein und besonders kleine Teilchen können sogar ins Blut übergehen.

"Luftverschmutzung ist der Hauptgrund für Erkrankung und Tod", sagt WHO-Expertin Flavia Bustreo bei der Vorstellung der Studie. "Am stärksten betroffen und gefährdet sind vor allem die jüngsten und ältesten Bewohner in den Städten."

Infografik Verschmutzte Luft in Städten Deutsch

Die WHO empfiehlt eine Belastung von maximal 20 Mikrogramm. Meist wird dieser Wert deutlich überschritten.

Gesundheitsrisiko in ärmeren Ländern besonders hoch

Nach Angaben der WHO ist die Luftverschmutzung in den meisten Städten der Welt in den letzten Jahren weiter angestiegen. "Die Geschwindigkeit des Anstiegs ist alarmierend", betont WHO-Direktorin Maria Neira. Das Risiko dadurch zu erkranken, sei vor allem bei Menschen in ärmeren Ländern besonders hoch.

Fast alle erfassten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern in Ländern mit überwiegend niedrigen und mittlerem Einkommen erfüllen die WHO-Ziele für die Luftqualität nicht. Die schmutzigste Luft wurde nach Angaben der WHO in Städten rund um das östliche Mittelmeer und im südlichen Asien gemessen. Dort werden die WHO-Grenzwerte für saubere Luft in vielen Städten um das Fünf- bis Zehnfache übertroffen.

In reicheren Ländern ist die Luftverschmutzung im Vergleich niedriger und liegt zum Teil auch unter den Grenzwerten, die von der WHO empfohlen werden. Laut WHO sind aber auch hier in 56 Prozent der erfassten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern die Schadstoffkonzentrationen zu hoch.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Feinstaub (PM 10) mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern (0,01 Millimeter) eine durchschnittliche Belastung von maximal 20 Mikrogramm (0,00002 Gramm) pro Kubikmeter Luft und für den feineren und gefährlicheren Feinstaub (PM 2,5) eine durchschnittliche Belastung von maximal 10 Mikrogramm pro Kubikmeter.

"Luftqualität muss zur Priorität werden"

Die WHO ruft zu Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung auf. Vor allem erneuerbare Energien und alternative Verkehrskonzepte seien dazu geeignet. "Es ist wichtig, dass Regierungen in den Kommunen und Staaten die städtische Luftqualität zur Priorität für Gesundheit und Entwicklung machen", sagt Carlos Dora von der WHO.

Zugleich hätte diese Priorität zahlreiche positive Nebeneffekte. "“Die Gesundheitskosten durch Luftverschmutzung würden schrumpfen, die Produktivität der Menschen und die Lebenserwartung gesteigert", so Dora. Zudem sei eine geringere Luftverschmutzung durch Verkehr und fossile Brennstoffe auch ein wichtiger Bonus für den Klimaschutz.

Laut WHO steigt das Bewusstsein für die Probleme der Luftqualität und die Bereitschaft, diese zu überwachen. Einige Städte leiten inzwischen auch entsprechende Maßnahmen ein. So werden Dieselfahrzeuge aus einigen Großstädten zunehmend verbannt und in China wurden besonders dreckige Kohlekraftwerke in der Nähe großer Städte vom Netz genommen.

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