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Sport-News

Doping-Opfer Gerd Bonk ist tot

Der ehemalige Weltrekordler im Gewichtheben, Gerd Bonk, ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Olympia-Zweite von 1976 war eines von rund 200 staatlich anerkannten Doping-Opfern der ehemaligen DDR.

"Da kam der Arzt mit einem Tablett rein und sagte, wenn du das nicht nimmst, bist du morgen raus", erzählte Gerd Bonk einmal der "Süddeutschen Zeitung". Man habe ihn über die möglichen Langzeitfolgen nicht aufgeklärt, sondern lediglich gesagt: "Da wächst ein bisschen der Bart, mehr passiert nicht." Eine Lüge, wie der frühere DDR-Gewichtheber schnell feststellte. Mit 37 Jahren wurde Bonk zum Invaliden. "Der DDR-Sport hat meinen Körper ruiniert", sagte der Thüringer. Wegen einer schweren Nierenerkrankung und anderer Organschäden saß er im Rollstuhl. Dreimal pro Woche musste er zur Dialyse. Ende September sei Bonk "nach einem Totalzusammenbruch und zweifacher Reanimation ins Koma gefallen", teilte der Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH) mit. Am Montag starb er in seinem thüringischen Heimatort Greiz im Alter von 63 Jahren.

"Verheizt und vergessen"

Bonk gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in München hinter dem Russen Wassili Alexejew und dem westdeutschen Gewichtheber Rudolf Mang die Bronzemedaille im Superschwergewicht. 1975 stellte der 150-Kilogramm-Mann einen neuen Weltrekord im Stoßen auf: 246,5 Kilogramm. 1976 verbesserte Bonk die Marke auf 252,5 Kilogramm. Im selben Jahr holte er bei den Olympischen Spielen in Moskau Silber. Insgesamt gewann er in seiner Karriere bei internationalen Wettkämpfen 31 Medaillen.

Bonk wurde nach der Wende offiziell als Dopingopfer der früheren DDR anerkannt. Doch er hatte sich mehr Unterstützung erhofft. Sein Leben beschrieb der Frührentner einmal mit den Worten: "Verheizt von der DDR, vergessen vom vereinten Deutschland." Matthias Steiner, Olympiasieger bei den Spielen 2008 in Peking, bezeichnete Bonk als "einen der größten deutschen Gewichtheber".

sn/ck (sid, dpa)

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