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Wirtschaft

Dollar so billig wie 1992

Nach der Zinssenkung der US-Notenbank klettert der Euro von einem Rekordhoch zum anderen. Doch die noch junge europäische Gemeinschaftswährung ist im Ausloten von Extremen bereits erfahren.

Dollarscheine und Euromünzen (Quelle: AP)

Spottbilliger Dollar: den Greenback gibts jetzt für ganz wenig Euro

Der Höhenflug des Euro nimmt kein Ende. Am Donnerstag (20.9.2007) erreichte die Gemeinschaftswährung nach Reuters-Daten mit 1,4064 Dollar den höchsten Stand ihrer Geschichte. Damit ist der Dollar für Deutsche so günstig wie zuletzt Anfang der 1990er Jahre. Der Umrechnungskurs für die D-Mark betrug bei der Euro-Einführung an den Finanzmärkten am 1. Januar 1999 exakt 1,95583 DM je Euro. Damals notierte der Dollar bei rund 1,80 D-Mark. Für einen Dollar zahlte man am Donnerstag etwa 0,7135 Euro-Cent. Damit ist die US-Währung für Deutsche so günstig wie zuletzt Mitte September 1992, als ein Dollar rund 1,40 D-Mark kostete.

Münzgeld: Deutsche Mark und Pfennig (Quelle: AP)

Für Deutsche am billigsten war der Dollar im Jahre 1995

Gemessen an der D-Mark – die vor der Einführung des Euro an den Finanzmärkten als die wichtigste europäische Währung galt – hat der Euro noch Potenzial: Sein tiefstes Niveau hatte der Dollar gegenüber der D-Mark im März 1995 mit rund 1,3450 D-Mark erreicht. Dies entspricht etwa 69 Euro-Cent je Dollar oder umgekehrt knapp 1,45 Dollar je Euro. Für den Euro wäre das gegenüber dem jetzigen Niveau noch ein Plus von rund fünf Cent.

Achterbahnfahrt des Euro

Auch wenn er gegenwärtig auf Rekordniveau liegt, so hat der Euro in seinem erst sehr kurzen Leben bereits mehrere extreme Kursschwankungen durchgemacht. Eine Chronik:

1. Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Am 4. Januar startet der Handel in Sydney mit 1,1747 Dollar. Zeitweise steigt der Neuling auf knapp 1,19 Dollar. Wegen des sich anbahnenden Krieges im Kosovo beginnt aber bald die Talfahrt.

Dezember 1999: Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.

2000: Euro auf Rekordtief

September/Oktober 2000: Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Die EZB interveniert mit den Zentralbanken Japans und der USA. Dennoch rutscht der Euro auf ein Rekordtief von 0,8225 Dollar, rund 30 Prozent unter dem Einführungsniveau.

Januar 2002: Die Einführung des Euro-Bargelds verläuft reibungslos und stützt den Kurs.

Juli 2002: Der Euro erreicht erstmals wieder 1,00 Dollar.

Im Vorfeld der von den USA angeführten Invasion im Irak steigt der Euro weiter und überspringt im Mai 2003 sein Einführungsniveau von 1,1747 Dollar.

2004: Bush' Wiederwahl stärkt Euro

George Bush läuft aus dem Eingang einer Feuerwache (Quelle: AP)

Garant für starken Euro: US-Präsident Bush und seine Ausgabenpolitik

November 2004: Wegen seiner Ausgabenpolitik sehen viele Investoren in der Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush ein Signal für einen anhaltend schwachen Dollar. Eine Woche später überspringt der Euro zum ersten Mal 1,30 Dollar.

Dezember 2004: Der Euro steigt auf 1,3667 Dollar – Rekord.

Juli 2005: Eine in Italien angestoßene Debatte um ein mögliches Auseinanderbrechen der Euro-Gruppe drückt die Gemeinschaftswährung unter 1,21 Dollar.

24. November 2006: Erstmals seit April 2005 erreicht der Euro wieder 1,30 Dollar.

11. Juli 2007: Die Angst vor einer Eskalation der Hypothekenkrise in den USA treibt die Anleger in den Euro, der in der Spitze 1,3784 Dollar erreicht.

18. September 2007: Nach einer Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent durch die US-Notenbank nähert sich der Euro der Marke von 1,40 Dollar an. (rri)

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