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Fußball

"Die Stunde der Wahrheit"

Das lange Warten hat ein Ende: Nun startet auch die deutsche Elf gegen Australien ins WM-Turnier. Die Verletzungssorgen scheinen vergessen - die jüngste DFB-Elf seit 1934 geht mit breiter Brust ins Spiel.

Lukas Podolski (l.) und Marko Marin (Foto: dpa)

Mit Vollgas ins Turnier: die deutsche Elf ist bereit

Egal mit wem man spricht im DFB-Lager, optimistisch sind sie alle. Über den Gegner Australien redet kaum einer, über die eigenen Stärken dafür umso mehr. "Es ist schön anzusehen, wie sich diese Mannschaft hier präsentiert und wie sie auftritt", meint Teammanager Oliver Bierhoff. "Trotz ihres jungen Alters hat man das Gefühl, sie sind schon sehr reif."

Soll die jungen Wilden führen: Philipp Lahm (Foto: firo)

Soll die "jungen Wilden" führen: Kapitän Philipp Lahm

Aus der scheinbaren Notlösung wird so schon vor dem ersten Spiel ein Trumpf: Glaubt man Kapitän Philipp Lahm, so ist die die jüngste Nationalelf seit 1934 zugleich auch eine der besten der vergangenen Jahre. Das Fehlen der erfahrenen Kräfte scheint da schon fast ganz vergessen. "Wir wissen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben", sagt Manuel Neuer vor seinem ersten WM-Turnier, in das er gleich als Nummer Eins geht. Er legt aber auch großen Wert darauf, dass viele dieser jungen Spieler schon "sehr viel Erfahrung haben und auch schon viele internationale Spiele hinter sich haben."

Klose die einzige Spitze

Cacau (l.) und Miroslav Klose (Foto: AP)

Cacau bleibt wohl nur die Jokerrolle, während Klose beginnen soll

Vor Neuer soll es eine Viererkette aus Kapitän Lahm, Mertesacker, Friedrich und dem jungen Bastuber mit den australischen Angreifern aufnehmen. Im defensiven Mittelfeld werden wie in den letzten Testspielen Schweinsteiger und Khedira auflaufen. Davor spielen voraussichtlich Müller, Özil und Podolski, wobei auf der rechten Außenbahn noch ein kleines Fragezeichen steht. Statt für Müller könnte sich Jogi Löw auch für Trochowski oder Marin entscheiden. Relativ sicher erscheint, dass Klose die einzige Spitze sein wird. Der zuletzt stark spielende Cacau wird wohl als Joker fungieren. Olaf Thon, Weltmeister und WM-Experte der Deutschen Welle, sieht in dieser Konstellation eine gewisse Gefahr: "Die deutsche Mannschaft darf einen Fehler nicht machen: nämlich zu passiv zu agieren. Und gerade mit einer Spitze kann das manchmal passieren."

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Australien und Deutschland beim Confed-Cup 2005, Per Mertesacker, und Tim Cahill im Zweikampf (Foto: AP)

Das letzte Aufeinandertreffen 2005 endete 4:3 für die DFB-Elf

Gegen die meist defensiv agierenden Australier ist also vor allem von den offensiven Mittelfeldspielern viel Engagement gefragt, um Angreifer Klose mit Bällen zu versorgen. Ob das junge Team dabei mit dem hohen Erwartungsdruck umgehen kann, bleibt abzuwarten. Und dann ist da ja noch das Problem mit den Vuvuzelas: Rund 50.000 Tröten werden für ein konstantes Lärmlevel sorgen, das fast jede Kommunikation zwischen Trainerbank und Spielfeld unmöglich macht. Teammanager Oliver Bierhoff sieht darin aber keinen Nachteil: "Sie sind nun mal leider da. Es wird sicher schwer für den Trainer noch verbal Zeichen zu geben. Aber das gilt für die andere Mannschaft auch und ist somit keine Wettbewerbsverzerrung."

Man redet Zeichensprache

(Foto: MIP)

Problem Vuvuzelas: Wer hört da noch den Trainer?

Jogi Löw kündigte vor seinem 50. Spiel als Bundestrainer bereits an, vor allem per Zeichensprache mit seinen Spielern zu kommunizieren. Aber eigentlich ist nach der mehrwöchigen Vorbereitung ohnehin alles gesagt: jeder Spieler weiß dank Videoanalysen alles über Stärken und Schwächen seines Gegenspielers. Und auch die Statistik gibt Grund zur Hoffnung: zwei Mal spielten Deutschland und Australien bisher gegeneinander – beide Male gewann die DFB-Elf. Auch Olaf Thon ist sich sicher, wer das Spiel gewinnt: "Mein Tipp ist ganz klar ein 2:0- oder 3:0-Sieg für Deutschland. Ich lege mich mal fest auf 3:0."

Braucht es angesichts so vieler guter Vorzeichen eigentlich noch einen Glücksbringer? Bundestrainer Jogi Löw meinte ja – und schenkte allen 23 Spielern kleine Leder-Armbänder in schwarz-rot-gold. Schade, dass man den Talisman im Spiel nicht sehen wird - denn laut FIFA-Regeln muss es abgeklebt werden.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Olivia Fritz

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