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Sport

Die Politik spielt mit

Die Politik spielt gern mit dem Sport den Doppelpass. Auch wenn Irans Fußballer am Sonntag in Nürnberg ihr WM-Auftaktspiel gegen Mexiko bestreiten, geht es um mehr als nur um Punkte und Tore.

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Betont entspannt: Iranisches Trainingsquartier am Bodensee

Wohl selten waren Fußballer als "Diplomaten in kurzen Hosen" so sehr im Blickpunkt. Mehr noch als die vier iranischen Bundesliga-Profis interessiert die politische Dimension, seitdem Irans umstrittener Präsident Mahmud Ahmadinedschad das Zusammenspiel mit dem Westen verweigert. Seit dem Eintreffen der Iraner wehren Mannschaft und Spieler freundlich, aber bestimmt die immer wiederkehrenden politischen Fragen ab.

So einsilbig die Antworten bei politischen Fragen auch sind, sonst zeigt sich die gesamte iranische Delegation freimütig und tut alles für einen weltoffenen Eindruck. Statt als Hochsicherheitstrakt präsentiert sich das Mannschaftshotel am Bodensee wie ein Haus der offenen Tür. Trainer und Mannschaft plaudern geduldig mit den Journalisten - das wäre bei anderen Teams undenkbar.

Bundesliga-Erfahrung

Der Iran setzt auf die Bundesliga-Erfahrung einiger Spieler. "Sie sind wichtige Säulen für unser Team", sagt der kroatische Coach Branko Ivankovic mit Blick auf Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV), Ali Karimi (Bayern München), Vahid Hashemian (Hannover 96) und Kapitän Ali Daei (früher Hertha BSC, Bayern München und Arminia Bielefeld). Nicht dabei ist der Ex-Kaiserslauterer Ferydoon Zandi, der zuletzt über Fieber klagte.

WM Fußball Mexiko Torhüter Oswaldo Sanchez

Spielt, wenn er sich fit fühlt: Torhüter Oswaldo Sanchez

Mexiko hat keine politischen, sondern ganz andere Sorgen. Stammtorhüter Oswaldo Sanchez (Deportivo Guadalajara), der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters in seine Heimat geflogen war, wird wenige Stunden vor dem Spiel zurückerwartet. Sofern sein psychischer Zustand es zulässt, wird Sanchez gegen den Iran eingesetzt. Als Ersatz steht José Corona vom Lokalrivalen UA Guadalajara bereit.

Schlüsselspiel

Das Mitgefühl mit ihrem Keeper eint den Rest der Mannschaft. Vergessen ist der Ärger, den Trainer Ricardo La Volpe mit den mexikanischen Medien und Stürmer Francisco Fonseca hatte. "Gott stellt uns manchmal große Hürden in den Weg", sagt Mittelfeldmann Pavel Pardo: "Aber wir werden sie gemeinsam überwinden."

Die Lateinamerikaner, die mindestens das Viertelfinale anstreben, sehen in der Partie ebenso wie die Iraner ein Schlüsselspiel auf dem Weg ins Achtelfinale. "Es ist das wichtigste der drei Gruppenspiele", sagt Rafael Marquez vom Champions League-Sieger FC Barcelona. (wga)

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