1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Deutscher Doppelsieg in Monaco

Nico Rosberg gewinnt mit einem Start-Ziel-Sieg und lässt sich selbst von drei Unterbrechungen nicht beirren. Weltmeister Sebastian Vettel wird Zweiter und sorgt für den ersten deutschen Doppelsieg seit neun Jahren.

Nico Rosberg, Sebastian Vettel und Mark Webber auf dem Podium in Monaco. (Foto: REUTERS/Robert Pratta)

Zwei Deutsche auf dem Podium.

Zwei deutsche Formel 1-Piloten auf Platz eins und zwei – das hat es zuletzt 2004 in Japan gegeben. Dort belegten die Schumacher-Brüder Michael und Ralf die begehrten Plätze auf dem Treppchen. In Monaco war Mercedes-Pilot Nico Rosberg der strahlende Sieger. In den engen Straßen setzte er sich souverän gegen die Konkurrenz durch und ließ Red-Bull-Fahrer Vettel und dessen Teamkollegen Mark Webber hinter sich. Damit feierte Nico Rosberg 30 Jahre nach dem Triumph seines Vaters Keke an selber Stelle den zweiten Sieg seiner Karriere und den ersten Saisonsieg.

Vettel baute seine Führung im Gesamtklassement auf 107 Punkte weiter aus. Seine ärgsten Verfolger Fernando Alonso im Ferrari (78) und Kimi Räikkönen im Lotus (86) hatten mit dem Kampf um das Podest nichts zu tun. Adrian Sutil im Force-India auf Rang fünf und Sauber-Pilot Nico Hülkenberg auf Rang elf sorgten für weitere deutsche Glanzmomente in Monte Carlo.

Lange Unterbrechung nach schwerem Unfall

Brennende Autos, waghalsige Überholmanöver und millionenschwere Jachten im Hafen des Fürstentum an der Côte d'Azur – das sechste Formel 1-Rennen hatte wieder Spektakuläres zu bieten. Zunächst das gewohntes Bild in den schmalen Straßen von Monaco: Enge Gassen, Überholen kaum möglich, das Tempo relativ gering. Die Frage lautete: Wie lang halten die Reifen? Und kann Weltmeister Sebastian Vettel von der dritten Startposition aus angreifen? Erst einmal sah es nicht danach aus, die beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton verteidigten beim Start ihre Plätze. Doch die Konkurrenz dahinter drehte schnellere Runden, allerdings war das Überholen auf der schwierigen Strecke auch in diesem Jahr fast unmöglich. Viele kleine Crashs waren die Folge, der schwerste ereignete sich in der 46. Runde: Pastor Maldonado (Williiams) prallte ungebremst in eine Absperrung, gefolgt von einer elfminütigen Unterbrechung.

Viele Unfälle gab es beim sechsten Formel 1-Rennen der Saison. (Foto: REUTERS/Robert Pratta)

Viele Unfälle gab es beim sechsten Formel 1-Rennen der Saison.

Vettel musste als erster der Spitzengruppe zum Reifenwechsel, dann krachte Felipe Massa in einen Reifenstapel, ähnlich wie im freien Training am Vortag. Der Brasilianer wurde leicht benommen ins Krankenhaus gebracht. Es folgte eine achtründige Safety-Car-Phase, in der Hamilton nach seinem Boxenstopp als Vierter auf die Strecke zurückkam. Danach gab es wieder eine Rennunterbrechung, Trümmerteile auf der Strecke erforderten einen Neustart. Doch Rosberg ließ sich auch von der dritten Unterbrechung nicht aus dem Rhythmus bringen und fuhr nach insgesamt 307,14 Kilometern als Erster über die Linie. Vettel lieferte sich einen Zweikampf mit Webber, behielt aber die Nase vorn, Hamilton wurde Vierter. Alonso kam nur als Siebter ins Ziel.

Für Hülkenberg war es ein besonderer Sieg: Monaco ist seine Wahlheimat, hier kennt er sich bestens aus. Sein Vater war nach dem Rennen besonders ergriffen: "Ich wusste das seit 18 Jahren", sagte er dem Sender Sky. "Ich wusste immer, dass er es eines Tages schafft." Die Konkurrenz versuchte nachträglich, den Sieg anzufechten, weil Mercedes Mitte Mai einen geheimen Reifentest durchgeführt hatte. Der Protest wurde aber drei Stunden nach Rennende abgelehnt und das Rennergebnis von der Rennleitung für offiziell erklärt. 

Die Redaktion empfiehlt