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Ostmitteleuropa

Der Preis der EU-Mitgliedschaft

- Polens Exportfirmen sehen im erhöhten Binnenmarkt-Wettbewerb den größten Nachteil der Integration

Warschau, 2.02.2002 RZECZPOSPOLITA, poln.

Über 60 Prozent der polnischen Exportfirmen befürchten nach der Aufnahme Polens in die EU einen höheren Wettbewerb. Dies geht aus Untersuchungen des Instituts für die Erforschung der Konjunktur und der Preise im Außenhandel (IKCHZ) hervor. Die Mehrheit der mittleren und kleinen Firmen erwartet von Polens EU-Beitritt jedoch überhaupt keine Vorteile.

Die Untersuchungen des IKCHZ wurden Ende letzten Jahres in 600 Unternehmen durchgeführt, die sich mit dem Export beschäftigen. 70 Prozent der Befragten sehen den wichtigsten Vorteil des Beitritts in der Abschaffung der Zollkontrollen an der Grenze. Über die Hälfte der Befragten erwähnte dabei auch die Aufhebung der Diskriminierung bezüglich der EU-Normen wie auch das geringere Risiko bei den Transaktionen. Ein Viertel der Befragten sah den Vorteil in der Aufhebung der Gefahr von Anti-Dumping-Verfahren.

Zu den Nachteilen der Integration zählen über 60 Prozent der Exportfirmen den Wettbewerbszuwachs auf dem Binnenmarkt. 53 Prozent der Befragten wiesen auf verschärfte Umweltschutzbestimmungen hin und über 40 Prozent auf die Steigerung der Arbeitskosten im Zusammenhang mit der Migration der Arbeitskräfte und der Erhöhung der sozialen Absicherung.

Aus den Untersuchungen, die im Auftrag der Polnischen Verbandes der privaten Arbeitgeber (PKPP) in kleinen und mittleren Unternehmen durchgeführt wurden, geht jedoch hervor, dass 53,3 Prozent der Befragten vom EU-Beitritt Polens überhaupt keine Vorteile erwarten.

Unter den Nachteilen wird an erster Stelle die Steigerung des Wettbewerbs (26,7 Prozent der Befragten) genannt. Die zweite, die größere Gruppe der Befragten (über ein Viertel) sieht in Polens EU-Mitgliedschaft für sich selbst keine Gefahren.

"Das ist ein Beweis dafür, dass sich viele kleine Firmen auf die Aufnahme Polens in die EU überhaupt nicht vorbereiten. Das ist keine gute Prognose für unsere Mitgliedschaft und für den Wettbewerb auf dem gemeinsamen EU-Markt", sagte Jeremi Mordasiewicz, ein Wirtschaftsexperte beim Verband der privaten Arbeitgeber, der Zeitung "Rzeczpospolita"

Einige einheimische Firmen brauchen den Wettbewerb tatsächlich nicht zu fürchten, andere aber werden unangenehm überrascht werden, zumal sie es vorerst vorziehen, den Kopf in den Sand zu stecken.

In den Woiwodschaften, die an der Grenze liegen, beginnen beispielsweise schon heute deutsche Firmen Dächer zu decken, weil sie für den gleichen Preis eine viel bessere Qualität bieten. (Sta)

  • Datum 05.02.2002
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