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Welt

"Costa Concordia"-Opferzahl steigt auf elf

Taucher haben bei der Durchsuchung des havarierten Kreuzfahrtschiffes weitere fünf Leichen entdeckt. Die Toten waren im überfluteten Teil des Wracks. Möglicherweise gibt es auch ein erstes deutsches Todesopfer.

Die Suche nach den Vermissten gestaltet sich sehr schwierig (Foto: rtr)

Die Suche nach den Vermissten gestaltet sich sehr schwierig

Der deutsche Staatsbürger sei als vermisst gemeldet und jetzt identifiziert worden, berichtete der italienische Staatsrundfunk. Das Auswärtige Amt in Berlin äußerte sich noch nicht offiziell dazu.

Insgesamt sind seit der Havarie vom Freitag mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Bei den zuletzt geborgenen Toten handelt es sich um eine Frau und vier Männer im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Sie trugen laut Küstenwache Schwimmwesten und wurden an einem Sammelpunkt entdeckt. 24 Menschen werden nach einer neuen Bilanz der italienischen Behörden noch vermisst. Außenminister Guido Westerwelle erläuterte in Berlin, darunter seien zwölf Deutsche.

Rettungskräfte vor dem halb gesunkenen Schiff (Foto: picture alliance)

Die Suche nach Überlebenden: Ein Wettlauf gegen die Zeit

Auf der Suche nach möglichen Überlebenden im Wrack der halb gesunkenen "Costa Concordia" sprengten italienische Marinetaucher vier Löcher in die Außenwand des Schiffes, um die Rettungsarbeiten zu beschleunigen. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, schwindet vier Tage nach dem Unglück von Stunde zu Stunde. Marinesprecher Alessandro Busonero sprach von einem Wettlauf gegen die Zeit. Alle über Wasser liegenden Bereiche des Wracks wurden nach Angaben der Feuerwehr bereits durchsucht.

2.400 Tonnen Treibstoff an Bord

Im Anschluss an die Rettungsarbeiten soll das Schweröl abgepumpt werden. Die "Costa Concordia" liegt direkt vor der Küste der Insel Giglio im Toskanischen Archipel. Der bei Tauchern wegen ihres klaren Wassers beliebten Region droht eine Ölpest. An Bord des Wracks werden noch 2.400 Tonnen Treibstoff vermutet.

Das niederländische Bergungsunternehmen Smit Salvage, das mit der Operation beauftragt wurde, könnte nach eigenen Angaben an diesem Mittwoch mit dem Abpumpen beginnen. Die Firma soll auch eine Strategie für die Bergung des Schiffes ausarbeiten.

Kapitän gerät weiter unter Druck

Der umstrittene Kapitän des Unglücksschiffes, Francesco Schettino, wurde inzwischen unter Hausarrest gestellt. Er wird durch ein aufgezeichnetes Telefonat zwischen ihm und der Küstenwache schwer belastet. Daraus geht hervor, dass Schettino das havarierte Schiff lange vor Abschluss der Evakuierung verlassen und die Passagiere sich selbst überlassen hatte. Der 52-Jährige soll eigenmächtig die Route nahe der Küste gewählt haben, um seinem von der Insel Giglio stammenden Oberkellner die Möglichkeit zu geben, Verwandte zu grüßen.

Das 290 Meter lange Kreuzfahrtschiff der italienischen Reederei "Costa Crociere" war am Freitag mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der Westküste Italiens auf einen Felsen aufgelaufen und leckgeschlagen.

se/qu (dpa, afp, rtr, dapd)

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