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Politik & Gesellschaft

Vermisstenzahl nach Havarie gestiegen

Vier Tage nach der Havarie der "Costa Concordia" sinkt die Hoffnung, die noch vermissten Passagiere und Besatzungsmitglieder zu finden. Das Schiff in schwerer Schräglage droht bei schlechterem Wetter ganz zu sinken.

Das Wrack der 'Costa Concordia'auf der Seite leigend (Foto: Reuters)

Die 'Costa Concordia' droht ganz zu sinken

Die italienischen Behörden haben neue Vermisstenzahlen bekanntgegeben. Nach Angaben des Chefs der italienischen Küstenwache, Admiral Marco Brusco, fehle von insgesamt 29 Personen – 25 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern – jede Spur. Zwölf dieser Passagiere sollen Deutsche sein. Bislang wurde die Zahl der Vermissten mit 16 angegeben. Eine Erklärung für den Anstieg nannte Brusco nicht.

Die Taucher am Wrack unterbrachen in der Nacht zum Dienstag ihre Suche nach den Vermissten. Selbst für erfahrene Taucher sei die Suche gefährlich, sagte Brusco. Die Behörden haben nur noch wenig Hoffnung, Überlebende zu finden. Alle über Wasser liegende Bereiche des Schiffs seien durchsucht worden.

Schwere Vorwürfe gegen den Kapitän

Kapitän Schettino (Foto: AP)

Alleinschuld? Kapitän Schettino bei seiner Festnahme

Zuvor hatten sich die italienische Reederei Costa Crociere sowie deren Geschäftsführer in Hamburg vom Verhalten des Kapitäns distanziert. Francesco Schettino sei mit einem eigenmächtigen und nicht genehmigten Manöver vom Kurs abgewichen. Das Kentern des Kreuzfahrtschiffs mit etwa 4200 Menschen an Bord sei somit auf menschliches Versagen zurückzuführen, sagte der Vorstandsvorsitzende Pier Luigi Foschi.

Auch die italienische Staatsanwaltschaft kritisierte Kapitän Schettino scharf. Sein Verhalten sei skrupellos und unentschuldbar, sagte Staatsanwalt Francesco Verusio. Die Anklagebehörde ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, vorzeitigem Verlassen des Schiffs sowie Herbeiführung von Schiffsbruch gegen Schettino. Der sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.

Wrack im Meer (foto: AP)

Das Wrack liegt in einem Schutzgebiet für Delfine und Schweinswale

Mitgeschnittene Telefonate zwischen dem Kapitän und einem Offizier im Hafen der Insel Giglio erhärteten den Verdacht, wonach Schettino zu früh von Bord gegangen ist. Der Hafenmitarbeiter wies darin Schetino an, wieder an Bord zu gehen.

Umweltkatastrophe befürchtet

Derweil rechnen Experten mit einer Ölpest, sollte das Schiff sinken, bevor die 2400 Tonnen Treibstoff an Bord abgepumpt sind. "Im Moment gibt es keine Öllecks, aber wir müssen schnell handeln, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern, sagte der italienische Umweltminister Corrado Clini dem staatlichen Fernsehen RAI. Die lokalen Behörden gehen davon aus, dass das Wetter bis Mittwoch gut bleibt und die Rettungsarbeiten fortgesetzt werden können. Die toskanische Küste ist Schutzgebiet für Delfine uns Schweinswale.

Die "Costa Concordia" war am Freitag vor der Insel Giglio auf einen Felsen aufgelaufen und anschließend gekentert. Bislang wurden sechs Tote geborgen.

gmf/sti ( dpa, afp, dapd, rtr)

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