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Politik

Clinton und Obama sind wieder nett zueinander

Werden Hillary Clinton und Barack Obama ein Team bilden? Nach einem bitteren Wahlkampf konnte angesichts der Nettigkeiten beim letzten Fernsehduell der Kandidaten vor dem "Super Tuesday" dieser Eindruck entstehen.

Barack Obama und Hillary Rodham Clinton applaudieren dem Applaus ihres Publikums, Quelle: AP

Barack Obama und Hillary Rodham Clinton applaudieren dem Applaus ihres Publikums

Höflich? Obama hilft der 60-jährigen Clinton auf den Stuhl, Quelle: AP

Höflich? Obama hilft der 60-jährigen Clinton auf den Stuhl

Eine trefflichere Kulisse für das Finale der großen Politik-Inszenierung hätten sich die Kandidaten nicht aussuchen können. Ausgerechnet auf der Bühne des Kodak-Theaters in Hollywood, wo normalerweise die Oscars an die Helden der Leinwand vergeben werden, trafen sich Hillary Clinton und Barack Obama zum letzten direkten Schlagabtausch vor dem Wahlmarathon am kommenden Dienstag, dem "Super Tuesday".

Unter den Augen von Hollywood-Größen wie Steven Spielberg parlierten sich die Demokraten Clinton und Obama am Donnerstagabend (01.02.2008, Ortszeit) durch einen politischen Gala-Abend, der von versöhnlichen Tönen geprägt war. Der Senator aus Illinois und die Senatorin aus New York saßen direkt nebeneinander wie auf einer Schulbank. Beide sagten in ihren ersten Worten, dass einer von ihnen der nächste US-Präsident sein werde.

Werben um die Edwards-Wähler

Bislang unterstützt Edwards keinen der verbleibenen Kandidaten, Quelle: AP

Bislang unterstützt Edwards keinen der verbleibenen Kandidaten

Anders als in vorangegangenen Debatten, bei denen es zu scharfen Konfrontationen gekommen war, betonten beide ihre Gemeinsamkeiten. "Ich war vor dieser Kampagne mit Hillary Clinton befreundet. Und ich werde am Ende dieses Wahlkampfs mit Hillary Clinton befreundet sein", sagte Obama. Clinton sagte, während sie eine Geste in Richtung Obama machte, "wir werden unser Land verändern". Auf die Frage, ob sie auch ein Team bilden könnten, also ob einer oder eine als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten werde, antworteten beide freundlich ausweichend.

Die Kontrahenten versuchten, die Anhänger des zuvor ausgeschiedenen Bewerbers John Edwards für sich zu gewinnen. Obama lobte Edwards als prägende Stimme des Landes, Clinton lobte seinen Mut und seine Führungsstärke. Die Diskussion vor dem entscheidenden Wahltag am Dienstag, bei dem in über 20 US-Staaten Vorwahlen abgehalten werden, drehte sich zunächst um die Innenpolitik.

Abzug aus dem Irak – nur wann?

Obama und Clinton betonten die Notwendigkeit eines raschen Abzugs der US-Truppen aus dem Irak. Allerdings weigerte sich Clinton erneut, ein konkretes Datum für den Abzug zu setzen. Obama, der die Truppen innerhalb von 16 Monaten nach Amtsantritt nach Hause bringen will, unterstrich, dass er im Gegensatz zu seiner Rivalin bereits von Beginn an im Senat gegen die Invasion gestimmte hatte. "Ich war von Anfang an gegen den Krieg", sagte Obama.

Leonardo DiCaprio war nur einer von vielen anwesenden Schauspielern, Quelle: AP

Leonardo DiCaprio war nur einer von vielen anwesenden Schauspielern

Zugleich wurde deutlich, wie nahe die Positionen der Kandidaten beieinander liegen. Beide plädierten für eine bessere Gesundheitsversorgung, für eine Zurücknahme der Steuererleichterungen für die Reichsten und für eine Lösung für die mehr als12 Millionen illegalen Immigranten in den USA. Die 60-jährige Clinton verwies erneut auf ihre politische Erfahrung. Auch als First Lady "hatte ich eine große Verantwortung", sagte sie mit Blick auf die acht Jahre als Ehefrau von Präsident Bill Clinton im Weißen Haus. Dagegen betonte der 46 Jahre alte Obama, dass er das traditionelle Parteiengezänk in Washington überwinden wolle. "Ich bin der Kandidat, der Menschen zusammenbringen kann." Er werde auch den Einfluss der speziellen Interessenvertretungen und Lobbys in Washington zurückdrängen.

Zweikampf noch nicht entschieden

Der Zweikampf wird auch nach dem "Super Tuesday" am kommenden Dienstag nicht zu Ende sein. Vor den anstehenden Vorwahlen und Wählerversammlungen in 22 US-Staaten aber scheint die Senatorin leicht favorisiert zu sein. Clinton ist nach wie vor besser bekannt als Obama und führt in den landesweiten Umfragen.

Aber Obama ist entschlossen, mit seiner Rivalin zumindest auf Augenhöhe zu bleiben. Er profitiert von der Regelung, dass die Delegierten in den einzelnen US-Staaten nach dem jeweiligen Stimmenanteil bestimmt werden. So kann bei den Vorwahlen auch der Zweitplatzierte Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag sammeln - anders als später bei der Präsidentschaftswahl, wo der Kandidat mit den meisten Stimmen in einem US-Staat alle Wahlmännerstimmen dieses Staates bekommt. Clinton hat bislang 251 von insgesamt 2025 Delegiertenstimmen gesammelt, die für die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin notwendig sind. Bei Obama sind es 187. Am Dienstag sind nun 1681 Delegiertenstimmen zu vergeben - 83 Prozent dessen, was zur Sicherung der Kandidatur erforderlich ist. (stu)

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