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Welt

Giuliani gibt auf

Das Bewerberfeld für die Präsidentschaftskandidatur in den USA ist deutlich geschrumpft. Nach John Edwards bei den Demokraten ist auch der Ex-Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, ausgestiegen.

Rudolph Giuliani (links) gibt John McCain (r.) die Hand (Quelle: AP)

Rudolph Giuliani (links) will ab jetzt John McCain (r.) unterstützen

Bei den Republikanern zeichnet sich ein Duell zwischen Senator John McCain und dem früheren Gouverneur Mitt Romney ab. Der Ex-Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, zog am Mittwoch (31.01.2008) nach seiner verheerenden Niederlage im US-Bundesstaat Florida seine Bewerbung zurück. "Ich werde John McCain unterstützen", sagte er. Am kommenden Dienstag, dem so genannten "Super-Tuesday", finden in 22 US-Bundesstaaten Vorwahlen statt.

Gefallener Held

"Ich kündige heute offiziell meinen Rückzug als Kandidat für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten an", sagte Giuliani am Mittwoch. Er war am Vortag bei den Vorwahlen in Florida abgeschlagen mit 15 Prozent auf dem dritten Platz gelandet. "Man ist immer traurig aus dem Rennen um die Präsidentschaft auszusteigen, wenn man denkt, dass man der beste Kandidat ist", erklärte Giuliani in einem Flugzeug auf dem Weg nach Kalifornien.

Der 63-Jährige war ursprünglich als Favorit bei den Republikanern gestartet. Als Krisenmanager nach den Anschlägen vom 11. September 2001 genoss er zunächst Heldenstatus. Doch sein Ansehen bröckelte, als sich die Wähler genauer mit ihm beschäftigten: Eine außereheliche Affäre, zwielichtige Freunde und seine offensichtliche Streitlust traten zu Tage. Zudem beging Giuliani taktische Fehler im Wahlkampf. Er ignorierte die ersten Vorwahl-Runden in kleineren Bundesstaaten weitgehend und machte seine Kandidatur von seinem Abschneiden in Florida abhängig. Damit musste er hilflos mit anschauen, wie McCain in der Provinz Sieg um Sieg errang und ihm die ursprüngliche Favoritenrolle abnahm.

Schwarzenegger unterstützt McCain

McCain geht nun als klarer Favorit in die Serie von 22 Vorwahlen am "Super Tuesday". In Florida ließ er seinen schärfsten Rivalen Romney mit 36 zu 31 Prozent hinter sich. Auch in New Hampshire und South Carolina siegte er bereits. Am Donnerstag bekam McCain zusätzliche Rückendeckung. Der republikanische Gouverneur von Kalifornien, Ex-Filmstar Arnold Schwarzenegger, sagte dem 71 Jahre alten Senator aus Arizona am Donnerstag offiziell seine Unterstützung zu. McCain sei ein "großer amerikanischer Held und ein starker Anführer", sagte Schwarzenegger. Er habe ein "großartige Vision" für den Umweltschutz und die Stärkung der Wirtschaft, meinte der Gouverneur. Die beiden republikanischen Politiker hatten zuvor in Los Angeles eine Firma für Solaranlagen besucht.

Am "Super-Tuesday" stimmen auch die Wähler in Kalifornien über die Kandidaten der beiden großen Parteien ab. Die Empfehlung Schwarzeneggers könnte McCain in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat entscheidende Stimmen bringen.

Scharfe Töne zwischen Republikanern

Das Duell zwischen McCain und Romney hat unterdessen an Schärfe gewonnen. Romney warf seinem Konkurrenten am Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Debatte der republikanischen Bewerber in Simi Valley (Kalifornien) vor, sich mit seinen Positionen von der Partei entfernt zu haben. "Diese (McCains) Ansichten bewegen sich außerhalb der republikanischen Gedankenwelt", sagte der frühere Gouverneur von Massachusetts. "Ich bin stolz auf meine konservativen Leistungen", verteidigte sich der 71 Jahre alte Senator aus Arizona.

Beide Kontrahenten gerieten in der ansonsten in gesetztem Ton gehaltenen Debatte überdies beim Thema Irak aneinander. McCain warf Romney vor, einen Zeitplan für den Abzug der US-Soldaten befürwortet und sich gegen eine Truppenaufstockung ausgesprochen zu haben. "Ich habe nie einen Zeitplan unterstützt", konterte der Ex-Gouverneur von Massachusetts. McCain hatte sich lange dafür eingesetzt, dass die Zahl der Soldaten im Irak zu erhöhen.

Obama gegen Clinton

Das demokratische Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur ist seit Mittwoch praktisch ein Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama: Der bislang drittplatzierte John Edwards erklärte in New Orleans seinen Rückzug aus dem Vorwahlprozess. "Es ist Zeit für mich, beiseite zu treten", sagte er und zog damit die Konsequenz aus seinem schlechten Abschneiden bei den Vorwahlen in vier US-Staaten, bei denen er deutlich hinter Clinton und Obama durchs Ziel ging.

Er wolle mit seinem Rücktritt dem übergeordneten Ziel dienen, dass im November ein demokratischer Politiker ins Weiße Haus gewählt wird. "Mit unseren Überzeugungen und ein wenig Rückgrat werden wir das Weiße Haus im November wieder zurückholen", sagte Edwards. Er trete beiseite, "damit sich die Geschichte ihren Weg bahnen kann". Er verwies darauf, dass sowohl Clinton als auch Obama die Armut bekämpfen wollten. "Das ist mein Lebenswerk und ich habe ihre Zusage, sich dafür zu engagieren", erklärte Edwards. Nach seinem Rücktritt ist der Nominierungsprozess der Demokraten praktisch ein historischer Wettkampf zwischen Clinton, die als erste Frau Präsidentin der USA werden will, und Obama, der dies als erster Schwarzer schaffen will. (stl)

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